Haiarten im Überblick: Vom Weißen Hai bis zum bedrohten Makohai
Weltweit gibt es über 500 Haiarten, von denen mehr als 70 akut vom Aussterben bedroht sind. Die größten Bedrohungen sind die industrielle Fischerei und das grausame Shark-Finning. Als „Polizei der Meere“ sind Haie unverzichtbar für einen gesunden Ozean. Deshalb kämpfen wir für Schutzgebiete, wo Haie sicher vor den spitzen Haken der Langleinen und gierigen Fangflotten sind. Bitte helfen Sie mit und unterschreiben Sie die Petition gegen den Raubzug im Atlantik!
Vom Urzeit-Jäger zur bedrohten Art
Sie waren schon hier, als die ersten Bäume auf der Erde wuchsen. Seit über 400 Millionen Jahren patrouillieren Haie durch unsere Ozeane. Sie überlebten die Dinosaurier, trotzten fünf globalen Massenaussterben und eroberten jeden Winkel der Meere – vom lichtdurchfluteten Korallenriff bis in die pechschwarze, eisige Tiefsee. Doch heute, nach Jahrmillionen des Überlebens, stehen viele Haiarten am Abgrund. Die industrielle Fischerei droht die wundervollen Tiere in nur wenigen Jahrzehnten auszulöschen. Blicken wir gemeinsam auf die faszinierende Vielfalt dieser Knorpelfische – und auf die brutale Jagd, die gegen sie geführt wird.
Wie viele Haiarten gibt es?
Über 500 Arten schwimmen in den Weltmeeren. Ihre Vielfalt ist verblüffend: Vom Zwerg-Laternenhai in der Tiefsee, der gerade mal so lang ist wie ein Bleistift, über den gigantischen Walhai, der mit bis zu 14 Metern Länge das Gewicht eines Linienbusses erzielt, bis zum Leopardenhai, der mit seinem exzentrischen Muster alle anderen Haiarten optisch in den Schatten stellt.
Was sie gemeinsam haben: Haie haben keine Knochen. Ihr Skelett besteht aus flexiblem Knorpel, leicht und biegsam. Da ihnen die Schwimmblase fehlt, müssen viele Hochseehaie Tag und Nacht in Bewegung bleiben. Hören sie auf zu schwimmen, sinken sie in die Tiefe und ersticken. Ihre wohl schärfste Waffe ist bis auf wenige Ausnahmen das Revolvergebiss. Stirbt ein Zahn ab, rückt die nächste Reihe nach. Bis zu 30.000 Zähne verbraucht ein Hai in seinem Leben – bereitgestellt von einer perfekten Natur.
Die prominentesten Haiarten im Überblick
Der Weiße Hai
Er ist der unangefochtene König der Ozeane – getarnt mit einer schneeweißen Unterseite, die ihn im Sonnenlicht des Meeres für Beutetiere unsichtbar macht. Ein majestätischer, bis zu sieben Meter langer Jäger, der als lebendes Fossil seit über 14 Millionen Jahren selbst die Dinosaurier überlebt hat. Mit seinen hochentwickelten Sinnen spürt er den elektrischen Herzschlag eines Tieres auf Meilen Entfernung. Er legt Reisen von 20.000 Kilometern zurück und darf niemals aufhören zu schwimmen, da er sonst sofort erstickt. Doch dieser perfekte Jäger schwebt heute durch rücksichtslose Überfischung in akuter Gefahr und steht kurz vor dem Aussterben.
Der Bullenhai
Ein Anpassungskünstler. Während andere Haie das offene Meer brauchen, besitzt der Bullenhai eine unheimliche Superkraft: Dank einer speziellen Anpassung seiner Nieren kann er mühelos im reinen Süßwasser überleben. So schwimmt er etwa vom Ozean hunderte Kilometer flussaufwärts im süßwasserhaltigen Amazonas.
Der Tigerhai
Der Müllschlucker der Meere. Er hat ein wildes Streifenmuster und einen noch wilderen Appetit: Der Tigerhai ist der ultimative Allesfresser unserer Ozeane. Seine messerscharfen, gesägten Zähne knacken mühelos dicke Schildkrötenpanzer – doch in seinem Magen landet heute immer öfter das, was wir Menschen unachtsam wegwerfen. Von Plastikmüll über Autoreifen bis hin zu Kennzeichen schluckt dieser faszinierende Jäger alles, was seine Neugier weckt. Diese Anpassung wird ihm nun zum tragischen Verhängnis, denn sein Magen verstopft, während ihn die Jagd auf seine Flossen unter Druck setzt.
Der Schwarzspitzen-Riffhai
Der gebietstreue Wächter der Korallengärten. Mit seinen markanten schwarzen Flossenspitzen patrouilliert der Schwarzspitzen-Riffhai unablässig durch die lichtdurchfluteten Korallengärten der Tropen. Er ist der perfekte Wächter des Riffs: flink, extrem wendig und immer im Dienst des biologischen Gleichgewichts. Anders als viele seiner Verwandten lebt er nicht als strikter Einzelgänger, sondern jagt oft in lockeren, perfekt koordinierten Gruppen. Doch die scheuen Jäger zahlen einen hohen Preis für ihr Leben in Küstennähe: Rücksichtslose Fischerei zerstört ihre Heimat im Eiltempo.
Welche Haiarten sind vom Aussterben bedroht?
Die kilometerlangen Netze der globalen Fischereiindustrie und die Gier nach ihren Flossen haben die Haibestände massiv schrumpfen lassen. Über 70 Haiarten stehen heute auf der Roten Liste – sie sind akut vom Aussterben bedroht. Besonders dramatisch ist die Lage im Mittelmeer: Bereits die Hälfte aller Mittelmeer-Haiarten ist gefährdet!
Dazu kommt, dass sich Haibestände nur sehr langsam erholen: Sie wachsen extrem langsam, werden oft erst mit 20 oder 30 Jahren geschlechtsreif und bringen nur wenige Junge zur Welt. Uns läuft die Zeit davon.
Folgende Haiarten sind besonders gefährdet:
Der Blauhai
Er ist der Torpedo des Atlantiks. Mit seinem tiefblauen Rücken und langen, eleganten Brustflossen wandert der Blauhai Tausende Kilometer durch den offenen Ozean. Doch seine weite Verbreitung ist sein Todesurteil. Er schwimmt genau dort, wo die globalen Fangflotten ihre Todesleinen auslegen.
Der Blauhai ist die Haiart, die auf der Erde am häufigsten gefangen wird. Millionen von ihnen enden jährlich als blutiger Beifang oder werden gezielt für den asiatischen Flossenmarkt gefischt.
Der Hammerhai
Die Bestände der Hammerhaie sind drastisch eingebrochen: Weltweit ist ihre Zahl um 89 Prozent geschrumpft. Im Mittelmeer – der Heimat des Glatten Hammerhais – haben die Fischer und die Umweltzerstörung seit dem frühen 19. Jahrhundert sogar 99 Prozent der Tiere vernichtet. Sein skurriler Kopf funktioniert übrigens wie eine Hightech-Antenne für die Nahrungssuche. Eine Sensation: Die Nahrung des Schaufelnasen-Hammerhais besteht bis zur Hälfte aus Seegras – ein Teilzeitvegetarier in der Hammerhai-Familie.
Der Makohai
Mit 70 km/h schießt der Kurzflossen-Mako durch den Ozean. Er ist einer der schnellsten Jäger der Meere. Doch gegen die kilometerlangen Netze der Fangflotten nützt ihm sein Tempo gar nichts. Wo industrielle Fischer Jagd auf Thunfisch-Schwärme machen, wird das Meer zur tödlichen Falle. Seine Bestände sind dramatisch eingebrochen.
Der Fuchshai
Er besitzt eine Schwanzflosse, so lang wie sein halber Körper. Sie wird wie eine Peitsche benutzt, um Fischschwärme mit gezielten Schlägen zu betäuben. Der Fuchshai lebt nahe an Küsten und ist Opfer von „Finning“, also dem Fang für Haifischflossen als Delikatesse, unzählige andere verenden als Beifang durch die industrielle Fischerei.
Haie als Beifang: Das stille Massensterben in der Hochseefischerei
Es ist ein Massenmord im Verborgenen. Jedes Jahr sterben schätzungsweise 70 bis 100 Millionen Haie und Rochen in den Weltmeeren. Ein riesiger Teil von ihnen stirbt nicht, weil sie gezielt gejagt werden, sondern als sogenannter „Beifang“. Kilometerlange Langleinen und riesige Schleppnetze, die eigentlich auf Thunfisch oder Schwertfisch lauern, reißen alles aus dem Wasser, was ihren Weg kreuzt.
Wenn die Netze nach Stunden eingeholt werden, sind die Haie oft schon qualvoll verendet oder schwer verletzt durch die spitzen Haken der Langleinen. Sie werden wie Müll zurück über Bord geworfen. Ein stilles, ungesehenes Massensterben. Das muss aufhören! Bitte helfen Sie uns: Geben Sie uns Ihre Stimme und unterschreiben Sie für ein Meeresschutzgebiet im Atlantik!
Leergefischt: Stoppt den brutalen Raubzug im Atlantik! Jetzt unterzeichnen!
32 Haie als Beifang in nur 11 Stunden. Die Spitze des Eisbergs der illegalen Fischerei. Jetzt die Heimat von Haien, Walen und Seekühen schützen.
Petition unterzeichnenFAQ - Häufig gestellte Fragen zu Haiarten
Das lautlose Massensterben: Jedes Jahr werden weltweit schätzungsweise bis zu 100 Millionen Haie getötet – viele davon mit illegalen und brutalen Methoden. Durch dieses rücksichtslose Abschlachten, oft nur für die Gewinnung von Haifischflossen, schrumpfen die Bestände der Hüter der Meere in einem dramatischen Tempo.
- Überfischung: Haifleisch landet mitten unter uns auf den Tellern – oft perfide getarnt unter Namen wie „Schillerlocke“ (vom Dornhai) oder „Seeaal“.
- Beifang: Tausende Haie verenden qualvoll in Netzen und an den spitzen Haken von kilometerlangen Langleinen. Sie sind unerwünschter Beifang und sterben völlig umsonst.
- Shark-Finning: Die grausamste Praktik der Meere. Den Haien werden bei lebendigem Leib die Flossen abgeschnitten. Die noch zappelnden, hilflosen Körper wirft man zurück ins Meer. Sie sinken auf den Boden und sterben qualvoll.
- Klimawandel und Ozeanversauerung: Die Meere nehmen zu viel CO2 auf und versauern. Die Säure greift die empfindlichen Schuppen der Haie an und zerstört ihre sensorischen Systeme. Gleichzeitig schwinden ihre Brutgebiete in den Küstenregionen.
Das Sterben muss aufhören – Haie brauchen dringend Schutzgebiete, wo sich ihre Bestände erholen können und Fangleinen sowie Fischernetze tabu sind! Und auch wir brauchen Haie. Sie sind Schlüsselarten, die Ozeane im Gleichgewicht halten. Kippen die sensiblen Lebensräume, wird es auch für uns Menschen ernst!
Schon knapp eine halbe Million Menschen haben in Österreich für das UN-Meeresschutzabkommen gestimmt. Mit Erfolg: Jetzt können wir ein Schutzgebiet nach dem anderen errichten: Als eines der ersten soll das artenreiche Meeresgebiet vor Westafrika unter Schutz gestellt werden – die Heimat von Fuchshai, Hammerhai und Makohai. Bitte geben Sie den bedrohten Tieren heute Ihre Stimme und unterschreiben Sie die Petition gegen den Raubzug im Atlantik!