„Wir geben der Natur eine Stimme, weil sie selbst keine hat“, so beschreibt Stefan Stadler, Experte im Investigativ-Team von Greenpeace in Österreich, seine Arbeit. Er nimmt Hinweise zu Missständen aus der Bevölkerung entgegen, recherchiert Hintergründe, stöbert in Grundbuchauszügen und Firmenregistern und verfolgt Spuren zu Verbrechen an unserer Umwelt – mit modernster Technik und wissenschaftlichen Untersuchungen.
Erst im Jänner 2026 gelang es seinem Team, den teuersten Umweltskandal in der Geschichte Österreichs aufzudecken: In vier burgenländischen Steinbrüchen wurde jahrzehntelang wissentlich krebserregender Asbest mitabgebaut. Im Zuge unserer Untersuchungen konnten wir eine gefährlich hohe Asbestbelastung in weiten Teilen Österreichs und Ungarns nachweisen. Diese zynische Umweltgefährdung ist nur eine von vielen, denen unser Investigativ-Team in den letzten Jahren auf die Schliche gekommen ist. Hier erfahren Sie mehr zu diesen spannenden Einsätzen.
Gefährliche Asbestbelastung in Österreich
Die Rückkehr einer vergessenen Gefahr
2026 kam Greenpeace dem teuerstenen Umweltskandal Österreichs auf die Schliche: In vier burgenländischen Steinbrüchen wurden jahrzehntelang gefährliche Mengen Asbest mitabgebaut. Das ist streng verboten, denn winzige Asbestfasern können chronische Entzündungen verursachen und das Risiko für tödliche Krebsarten massiv erhöhen.
Nach der behördlichen Schließung der betroffenen Steinbrüche analysierten wir das Ausmaß der Bedrohung. Das Ergebnis: Weite Teile Österreichs und Ungarns waren stark belastet. Greenpeace fand das Gestein überall, von Kinderspielplätzen bis zu Krankenhäusern. Die Laboranalysen ergaben, dass die gesammelten Proben teils 20 bis 50 Prozent Asbest enthielten.
Um die Bevölkerung zu unterstützen, haben wir Veranstaltungen organisiert und Unterlagen veröffentlicht, die dabei helfen, Asbest zu erkennen und sich davor zu schützen. Parallel wurde eine interaktive Karte entwickelt, mit der Bürger:innen Asbestvorkommen in ihrer Umgebung melden können.
Das Problem war seit spätestens den frühen 1990ern bekannt. Trotzdem fand 2025 eine Katastrophenschutzübung in einem der Steinbrüche statt, an der sogar Schüler:innen teilnahmen. Greenpeace macht daher weiter Druck auf die politisch Verantwortlichen und die betroffenen Betriebe. Wir haben damit bereits Erfolge erzielt – doch wir bleiben hartnäckig, bis der Schutz unserer Gesundheit sichergestellt ist!
Illegale Mülldeponierung in St. Pölten
Ein Skandal, der zum Himmel stinkt
Im Spätsommer 2024 erhält Stefan Stadler Hinweise von besorgten Bürger:innen aus St. Pölten. Der Grund: Die Massenabfalldeponie „Am Ziegelofen“ verpestet die Stadt. Die Bewohner:innen vermuten illegale Machenschaften. Stefan beschließt, der Sache auf den Grund zu gehen.
In einem Grundbuchauszug findet er den Kaufvertrag für die Deponie aus dem Jahr 2019: Ungewöhnlich niedrige 900.000 Euro hat die Zöchling Abfallverwertungs GmbH für das 17,2 Hektar große Areal bezahlt. Hinzu kommen fragwürdige behördliche Genehmigungen. Stefan recherchiert weiter und analysiert gemeinsam mit der Greenpeace Mapping Unit hochauflösende Satellitenbilder der Deponie. Ihn beschleicht ein schlimmer Verdacht – also macht er sich mit Drohnen und Kameras auf den Weg nach St. Pölten.
Was er dort sieht, schockiert ihn. Statt den Müll fachgerecht zu entsorgen, werden offenbar tonnenweise unbehandelte Abfälle aus Haushalt und Gewerbe verscharrt. „Das ist streng verboten, weil so gefährliche Problem- und Schadstoffe aus dem Restmüll in die Umwelt gelangen können“, erklärt Stefan. „Für die Unternehmen rechnet sich das. Den wahren Preis zahlen aber Mensch und Natur!“
Greenpeace wendet sich mit dem Material an die zuständigen Behörden. Wenig später erfolgt eine unangekündigte Inspektion und die Deponie wird vorläufig geschlossen. Die darauf folgenden behördlichen Untersuchungen bestätigen: Auf der Deponie wurden rund 90.000 Kubikmeter Müll illegal deponiert. Schließlich veranlasst die Behörde die Sanierung und Räumung der falsch deponierten Abfälle – und die Bevölkerung kann endlich aufatmen.
Altkleider-Tracking
Wo landet gespendete Altkleidung?
Um das herauszufinden, hat unser Investigativ-Team GPS-Tracker in Kleidungsstücke eingenäht und diese anschließend in Spendencontainer geworfen. Die Ergebnisse des Altkleider-Trackings bestätigten unsere schlimmsten Befürchtungen. Anstatt bei Bedürftigen anzukommen, legten die Kleidungsstücke Zehntausende Kilometer quer um die Welt zurück. Letztlich wurden viele davon deponiert oder verbrannt. Diese Untersuchung hat einmal mehr gezeigt: Der Fast-Fashion-Wahnsinn muss endlich aufhören!
Mikroplastik in Österreichs Seen und Gletschern
Unberührte Natur? Von wegen!
Unser problematischer Umgang mit Abfall ist nicht nur auf Deponien ein Problem. Aufgrund der massiven Überproduktion von Konsumgütern wird unser Planet von einer regelrechten Plastikflut überschwemmt. Besonders gefährlich für Menschen, Tiere und Umwelt ist Mikroplastik. Dabei handelt es sich um kleinste Kunststoffpartikel, die sich durch den Wind in der Natur verbreiten. Sie stammen aus Kosmetikprodukten, Verpackungen und Textilien und wurden mittlerweile nahezu überall auf der Welt nachgewiesen.
Um die Lage in Österreich besser zu verstehen, haben wir im Sommer 2023 heimische Seen auf Mikroplastik untersucht. Neben neugierigen Badegästen entnahm der gelernte Chemielabortechniker Stefan Stadler die Proben selbst und analysierte sie gemeinsam mit der Greenpeace Science Unit im Labor in Großbritannien. Das erschreckende Ergebnis: In allen sieben untersuchten Gewässern wurden die Kunststoffpartikel gefunden.
Ein Jahr später untersuchte er die wohl größten Symbole unberührter Natur in Österreich – unsere Gletscher. Diese uralten Eismassen hoch oben in den Bergen sind nur schwer zugänglich. Für die Proben wanderte Stefan meist schon vor Sonnenaufgang los, stundenlang über Felsen und Wildbäche, mit schwerer Ausrüstung am Rücken. Doch oben kam die Ernüchterung: Auch das Schmelzwasser aller vier untersuchten Gletscher enthält Plastik.
Spionageskandal eines Öl- und Gasriesen
Greenpeace im Visier der OMV
Greenpeace deckt nicht nur Umweltverbrechen auf, sondern gerät auch selbst immer wieder ins Visier großer Öl- und Gaskonzerne. So auch im Jahr 2021: Unser Investigativ-Team erhält einen anonymen Hinweis, dass die österreichische OMV die Überwachungsfirma Welund auf uns angesetzt hat. Die Rede ist von einem detaillierten Spionageverteiler über unsere Aktivitäten.
Entsetzt stellen wir eine dringende Anfrage an die OMV und leiten gleichzeitig die Informationen an die Medien weiter. Während die OMV schweigt, geht die Investigativplattform DOSSIER der Sache auf den Grund – und findet heraus, dass auch in anderen Ländern wie Australien zu diesem Zeitpunkt eine systematische Überwachung von NGOs und der Zivilgesellschaft durch die OMV stattfindet. Ein echter Skandal!
In Österreich schlägt der Fall hohe Wellen. Der damalige grüne Vizekanzler Werner Kogler fordert OMV-Chef Rainer Seele schließlich ebenfalls auf, sich zu den Vorwürfen zu äußern. Keine Antwort. Und der öffentliche Druck wächst. Nur wenig später tritt der Öl-CEO überraschend zurück. Angeblich aus privaten Gründen. Doch wer weiß: Ohne unsere Arbeit wäre Rainer Seele vielleicht heute noch CEO – und die Spionage wäre unentdeckt geblieben.
Unsere investigative Arbeit wirkt!
Die Erfolge der letzten Jahre beweisen, dass unser Einsatz einen echten Unterschied macht. „Umweltverbrechen werden systematischer, die Korruption wächst – und der Journalismus kann diese Aufgabe nicht mehr allein bewältigen“, erklärt Stefan Stadler die Notwendigkeit seiner Arbeit. „Doch gemeinsam können wir Missstände aufdecken und verhindern!“
Unsere monatelangen Recherchen, die professionelle Ausrüstung und der Zugang zu wichtigen Informationen kosten Zeit und Geld. Um diese wichtige Arbeit weiterhin unabhängig von Staaten und Konzernen leisten zu können, brauchen wir Menschen wie Sie. Bitte unterstützen Sie das Investigativ-Team von Greenpeace mit einer Spende!
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„Die aufgedeckten Skandale der letzten Jahre haben gezeigt, wie wertvoll unsere professionelle Investigativarbeit für den Umweltschutz ist. Bitte helfen Sie uns, der Natur auch in Zukunft eine starke Stimme zu geben! Kontaktieren Sie mich gleich für ein persönliches Gespräch.“
Katharina Sowa
Fundraising Managerin
Groß- und Projektspenden
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