Finnwale: 8 erstaunliche Fakten zu den bedrohten Giganten
Finnwale sind nach den Blauwalen die größten Säugetiere der Welt. Sie leben in allen Teilen der Weltmeere und bevorzugen die hohe See als ihr Zuhause. Trotz ihrer Größe und ihrer Schnelligkeit mit bis zu 35 km/h scheinen sie machtlos gegen profitgierige Industrien und Regierungen. Sie verderben ihnen das Singen, nehmen ihnen die Orientierung, durchkreuzen mit ihren Fangnetzen und Frachtschiffen ihren Lebensraum und machen sie sogar zum Ziel einer brutalen Jagd. Dabei sind es höchst soziale Tiere, die sich liebevoll um ihre Jungen kümmern und wie wir Menschen Freude am Gesang und Spiel haben.
1. Tiefe Liebesballaden
Die männlichen Finnwale sind inbrünstige Sänger. Mit ihren tiefen Tönen in einer Lautstärke von bis zu 186 Dezibel sind sie gemeinsam mit den Blauwalen die lautesten Tiere im Meer. Männchen setzen ihren Gesang, der tausende Kilometer weit zu hören ist, zur Suche nach Weibchen ein. Doch seit einigen Jahren wird ihr Lied immer öfter schrecklich übertönt. Mit unglaublichen 260 Dezibel feuern die Schallkanonen der Erdölsucher alle 5 Sekunden und 7 Tage die Woche in den Tiefen der Meere. Jeder Knall ist dabei so laut wie ein Raketenstart und kann sogar das Gehör von Walen schädigen! Und ein tauber Wal ist ein toter Wal, weil er sich nicht mehr orientieren kann und dann qualvoll stranden könnte.
2. Riesenbabys der Meere
Nach einer zwölfmonatigen Tragzeit wird das Kalb im Spätherbst, nach der Ankunft im Winterquartier in wärmeren Gewässern, geboren. Es misst etwa sechseinhalb Meter und wiegt rund 1.800 Kilogramm – so viel wie zwei große Pferde!
Etwa sechs Monate lang wird es gesäugt, bis es eine Länge von zehn bis zwölf Metern erreicht hat. Finnwale erlangen ihre sexuelle Reife in einem Alter von sechs bis zehn Jahren, bevor sie vollständig ausgewachsen sind.
3. Finnwale und Blauwale feiern Hochzeit
Erstaunlich: Finnwale und Blauwale können tatsächlich fruchtbare Nachkommen zeugen. Trotz Millionen Jahren getrennter Entwicklung teilen sie noch immer genügend genetisches Material, um erfolgreich Nachwuchs hervorzubringen – der sich auch fortpflanzen kann.
4. Finnwale: Gewicht, Größe & Alter
Riesig, tonnenschwer und pfeilschnell – mit einer Länge von bis zu 24 Metern und einem Gewicht von 80 Tonnen gleichen sie schwimmenden Langstreckensprintern. Sie pendeln zwischen kälteren Gewässern für die Nahrungsaufnahme und wärmeren Gebieten für die Paarung und Jungenaufzucht.
Bis auf den Menschen haben sie aufgrund ihrer Schnelligkeit und der Fähigkeit, 15 Minuten lang bis zu 450 Meter tief zu tauchen, keine Feinde. Und dieser Endgegner lässt leider nicht locker.
Unglaublich, aber wahr: Im Jahr 2024 planen Japan und Island erneut die Jagd auf Finnwale – obwohl sich ihre Bestände noch immer nicht erholt haben, nachdem sie im 20. Jahrhundert durch den Menschen beinahe ausgerottet wurden. Deshalb müssen wir sie schützen!
Zur Petition5. Furchenwal als Zweigesicht
Finnwale gehören zu den Furchenwalen. Die Furchen sind längliche Falten, die von der Kehle bis zur Körpermitte verlaufen. Jede der 10 bis 100 Furchen ist etwa 5 cm tief und dehnt sich, wenn der Wal sein Maul öffnet, um Wasser aufzunehmen. Dadurch vergrößert sich der Rachenraum um ein Vielfaches.
Ein wichtiges Erkennungsmerkmal ist seine unterschiedliche Färbung im Gesicht: Der Unterkiefer ist rechts weiß und links dunkel, und diese Farben setzen sich bei den Barten fort. Der Mundinnenraum und die Zunge sind genau umgekehrt gefärbt.
6. Finnwale als Meister der Filtration
Die Meeressäuger gehören neben den Furchenwalen zur Familie der Bartenwale. Statt Zähne haben sie Barten, die an Zahnbürstenborsten erinnern. Diese nutzen sie, um Nahrung aus dem Wasser zu sieben. Wenn sie ihr Maul öffnen, strömen 70 Kubikmeter Wasser in ihren Schlund – das sind 280 Badewannen! Beim Schließen des Mauls wird das Wasser durch die Barten hinausgepresst. Zurück bleiben kleine Tierchen, die sie dann hinunterschlucken. Zehn Kilo Nahrung pro „Schluck“ können so aufgenommen werden.
7. Finnwale sind Klimaretter
Große Wale übernehmen eine überraschend wichtige Rolle im Klimaschutz. Meeresbiolog:innen haben entdeckt, dass jeder einzelne Wal während seines Lebens immense Mengen an CO2 einfängt. Stirbt das Tier, sinkt sein Körper in die Tiefen des Ozeans und speichert das klimaschädliche Gas für Jahrhunderte im Meeresboden. Die Menge des gebundenen CO2 ist beeindruckend: 33 Tonnen pro Blauwal. (Zum Vergleich: Bäumen können jährlich 20 Kilogramm absorbieren.)
6. Soziale Nomaden
Alleine, als Paar, in Sechser-Gruppen oder bei einem Massenspektakel: Finnwale werden in unterschiedlich großen Gruppen beobachtet. 2022 jagten sogar 70 Finnwale gemeinsam in der Antarktis rund um die Elefanteninsel nach Krill. Ihr kollektiver Einfluss belebt obendrein das Ökosystem. Sie düngen ihr Umfeld mit ihrem Kot, wodurch es wieder mehr Krill und Algen gibt – noch mehr Gründe, weshalb wir die wundervollen Tiere schützen müssen!
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