Waldbrände – Ursachen und Folgen
Vor allem im Sommer stehen Wälder auf der ganzen Welt vermehrt in Flammen. Nicht nur in Südeuropa, Russland und Australien brennt es immer wieder lichterloh, sondern auch im Amazonas-Regenwald verlieren Ureinwohner:innen und heimische Tierarten durch Waldbrände ihre Lebensgrundlage. Wälder sind sensible Ökosysteme und speichern große Mengen klimaschädliches CO2. Immer häufiger auftretende und intensivere Waldbrände bringen diese vielfältigen Naturräume zusehends in Gefahr.
Ursachen für Waldbrände
Jährlich wiederkehrende Feuer in den Brandsaisonen sind in vielen Regionen normal. Die dort angesiedelten Baumarten sind an große Hitze angepasst und die Asche dient als fruchtbare Grundlage für das Wachstum junger Pflanzen. Allerdings nehmen das Ausmaß der Zerstörung, die Dauer und die Intensität der Waldbrände seit einigen Jahren kontinuierlich zu, was selbst diese hitzeerprobten Wälder an ihre Grenzen bringt. Dafür gibt es mehrere Gründe.
Brandrodungen als Hauptursache
90 % der weltweiten Brände werden durch Menschen verursacht. So kommt es etwa zu Bränden, wenn Menschen in trockenen Gebieten fahrlässig handeln. Häufig werden Feuer aber auch gezielt gelegt. Brandrodungen sind schon seit der Jungsteinzeit eine Methode zur Landgewinnung und vor allem im tropischen Regenwald in Brasilien und in weiten Teilen Afrikas verbreitet. Damit kann Acker-, Bau- und Weideland schnell nutzbar gemacht werden. Nicht selten werden Wälder illegal zu diesem Zweck abgefackelt.
Im Jahr 2022 verschwanden pro Minute Flächen des Amazonas in der Größe von 33 Fußballfeldern für Bergwerke, Viehweiden und Plantagen, auf denen Soja als Futtermittel für die europäische Fleischproduktion angebaut wird. Das ist vor allem deshalb so fatal, weil es den Boden unwiederbringlich zerstört. Ihm werden Nährstoffe entzogen und er trocknet aus, was die Regeneration der ehemaligen Flora und Fauna nahezu unmöglich macht. Neben der Verdrängung natürlicher Ökosysteme und dem Aussterben heimischer Arten ist diese Form der Bewirtschaftung außerdem keine langfristig rentable Methode. Böden halten nur ein bestimmtes Maß an Stress aus und können aufgrund des Nährstoffmangels nur einige Jahre genutzt werden. Danach muss wieder ein Teil des Waldes abgeholzt und verbrannt werden, was die Abwärtsspirale vorantreibt.
Die Klimakrise als Brandbeschleuniger
Die fortschreitende Klimakrise bewirkt zudem, dass Waldbrände immer häufiger und intensiver werden. Es kommt vermehrt zu extremen Wetterphänomenen wie Hitzeperioden und starken Winden. Sie führen dazu, dass die Vegetation austrocknet, sich dadurch leicht entzündet und sich gelegte Brände noch schneller ausbreiten.
Unternehmen und Staaten geben trotz der Gefahr für Mensch und Natur ihren Profitgedanken Vorrang und roden Wälder mit Bränden, als gäbe es kein Morgen. Ihre Brandrodungen münden teilweise in unkontrollierte Flächenbrände, die nur schwer einzudämmen sind.
Welche Folgen haben Waldbrände?
Neben der unmittelbaren Gefährdung für Menschen und heimische Arten wie den Ozelot im Amazonas stellt die neue Intensität der Flächenbrände die Welt vor weitreichende Folgen.
Durch Brandrodungen werden Hitzewellen befeuert, da Wälder für eine kühlere Lufttemperatur sorgen. Auch Erdrutsche werden durch das Fehlen stabilisierender Wurzeln wahrscheinlicher. Wälder speichern weltweit zudem bis zu 7,6 Milliarden Tonnen klimaschädliches CO2 im Jahr. Das ist mehr als doppelt so viel, wie die EU jährlich emittiert! Außerdem produzieren Wälder Sauerstoff, filtern die Luft und mildern Extremwetterereignisse, die sich infolge des Klimawandels zusehends häufen.
Waldbrände zerstören weite Teile unseres Schutzschildes gegen die Klimakrise und vernichten den Lebensraum vieler Tier- und Pflanzenarten sowie indigener Gemeinschaften.
Die Auswirkungen von Waldbränden verschärfen sich zusätzlich, da durch Rodungen und Bodenversiegelung natürliche Rückzugsorte verschwinden, an denen sich die Natur eigentlich entfalten und nach Schäden erholen sollte. Durch intensive Waldbewirtschaftung in allen Teilen der Welt werden ursprüngliche Wälder zusehends zerstört, was im Falle von Waldbränden zum Sterben vieler Arten führen kann.
In Österreich sind beispielsweise nur drei Prozent natürliche Wälder erhalten, da sie überwiegend künstlich angelegten Monokulturen wie reinen Fichtenwäldern für die Holzgewinnung weichen mussten. Die Tropen entlang des Äquators sowie die Karpaten in Europa stellen einige der noch erhaltenen flächigen Urwälder dar, welche jedoch durch gezielte Rodungen gefährdet werden.
Waldbrände im Amazonas
Der Regenwald in Lateinamerika bildet zusammen mit den Tropen in Afrika und Asien eines der wichtigsten Ökosysteme zur Bekämpfung der Klimakrise. Neben der Bereitstellung von Sauerstoff und Süßwasser speichert der Amazonas über 250 Milliarden Tonnen CO2 in seinen Bäumen. Fallen diese Brandrodung und Abholzung zum Opfer, werden Unmengen des Treibhausgases freigesetzt, was die Klimakrise zusätzlich beschleunigt.
Waldbrände im Amazonasgebiet gefährden jedoch nicht nur das globale Klima, sondern sie haben auch direkte Auswirkungen auf die rund 5.500 Tier- und die 40.000 Pflanzenarten, die dort heimisch sind. Wird dieser Arten-Hotspot zugunsten von Soja- und Palmöl-Plantagen, Bergwerken, Rinderweiden und Forststraßen niedergebrannt, geht ein unglaublicher Schatz an Vielfalt verloren. Einzigartige Tiere wie Jaguare, Faultiere und rosa Flussdelfine werden vertrieben.
Derzeit sind bereits ca. 20 % des Regenwaldes im Amazonas zerstört, wobei gerade dieses sensible Ökosystem kurz vor dem Kipppunkt steht, wie Wissenschaftler:innen warnen. Werden bis zu 25 % entwaldet, wird angenommen, dass sich der Regenwald davon nicht mehr erholen kann und von alleine austrocknet. Die Folgen wären für den gesamten Planeten fatal.
Ein besonderer Brandherd lodert in der Cerrado-Savanne in Nord- und Zentralbrasilien, welche eine Fläche umfasst, die sechsmal so groß ist wie Deutschland. Diese Brände in der artenreichsten Savanne der Welt tragen 40 % der Emissionen von Brasilien bei und sind darum ein erheblicher Treiber der Klimakrise.
Waldbrände in Australien
Immer wieder wüten Wald- und Buschbrände in Australien. Das ist zwar normal, jedoch treten die Waldbrände immer häufiger und extremer auf, da sich verdorrte Wälder und trockene Gräser schnell entzünden. 2023 brannte es in New South Wales. Ein Jahr später standen Gebiete im Bundesstaat Victoria im Südosten Australiens in Flammen. Milliarden Reptilien und Säugetiere sowie Vögel kamen bei den Bränden um. Seltene Tiere wie Koalas sind nun vom Aussterben bedroht.
Europas Mittelmeerraum
Auch in mediterranen Regionen wie Griechenland, Kroatien und Spanien ist die Waldbrandgefahr präsent, da die Hitzeperioden sich im Sommer verlängern und die Winter äußerst mild sind. Ein geringer Teil der Brände geht auf Blitzeinschläge zurück. Doch die meisten werden durch menschliche Fahrlässigkeit und bewusste Brandstiftung zur Bau- und Weidelandgewinnung verursacht.
Brände in den Wäldern Sibiriens
Die russische Tundra und die borealen Wälder im nördlichen Polarkreis brennen immer stärker. Das ist eine ernstzunehmende Gefahr für das Weltklima, denn ihre Permafrostböden speichern große Mengen CO2 und Methan. Die Freisetzung dieser klimaschädlichen Gase durch das Auftauen des Permafrosts droht die Erderwärmung erheblich zu beschleunigen. Durch die sich häufenden Waldbrände in Sibirien trocknen die Böden zudem oberflächlich aus. Das treibt den Prozess zusätzlich voran.
Die Wissenschaftler:innen des Forschungsinstituts der Russischen Akademie in Krasnojarsk schätzen, dass die Permafrostböden in Sibirien bis 2080 zu 25 % auftauen werden. Das würde den natürlichen Lebensraum für bedrohte Tierarten wie Wisente, Rentiere und Bisons stark verändern und könnte zu ihrem Aussterben führen.
Waldbrände verhindern – jetzt!
Intensive Flächenbrände heizen die Klimakrise an und zerstören das Zuhause bedrohter Tiere. Darum müssen wir jetzt handeln!
Bitte helfen Sie mit, Waldbrände zu verhindern. Alle können etwas beitragen, wie auf Lagerfeuer zu verzichten und keine glühenden Zigaretten oder Glasflaschen im Wald liegen zu lassen. Auch heiße Auspuffe oder Katalysatoren von Autos können trockene Gräser leicht entzünden. Am besten wird das Auto also auf einem Parkplatz stehen gelassen und nicht im Wald geparkt.
Vor allem tragen aber Industrie und Landwirtschaft die Schuld an der Rodung unserer Wälder. Als Konsument:innen können wir darauf achten, weniger Fleisch zu essen, um zu vermeiden, dass Regenwald für den Soja-Futtermittelanbau brandgerodet wird. Doch in erster Linie müssen Großkonzerne und die Politik jetzt Verantwortung übernehmen!
Ganz oben steht für Greenpeace der umfassende Schutz der globalen Wälder. Die fortschreitende Abholzung und Brandrodung der Wälder für gierige Profitmaximierung muss sofort gestoppt werden! Egal ob im Amazonas, in Afrika, Asien oder Europa – Wälder sind das Zuhause wunderbarer Tiere und einer unserer stärksten Schutzschilde im Kampf gegen die Klimakrise. Wir dürfen unsere kostbare Natur auf keinen Fall aufs Spiel setzen.
Auch in der Wald-Bewirtschaftung fordern wir zukunftssichernde Maßnahmen. Sie muss sich langfristig von Monokulturen hin zu naturnahen Wäldern verändern. Denn Letztere sind Waldbränden gegenüber resistenter, beherbergen eine Vielfalt an Lebewesen und speichern auf lange Sicht mehr klimaschädliches CO2. Außerdem muss Klimaschutz durch weitreichende Gesetze verankert werden, um Dürreperioden und den dadurch entstehenden Waldbränden entgegenzuwirken.
Sie können uns dabei helfen, die globalen Wälder mit aller Kraft vor weiterer Zerstörung zu schützen! Bitte unterzeichnen Sie gleich unsere Petition für den Schutz des Amazonas!
Jetzt Petition unterzeichnen!
Wenn wir den Amazonas-Regenwald jetzt nicht schützen, wird er für immer zerstört.
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