Der Marktcheck von Proteinriegeln
Ein Marktcheck im Jänner 2026
Eiweiß in der Ernährung liegt voll im Trend. Daher hat sich Greenpeace bei einem Marktcheck Proteinriegel in den österreichischen Supermärkten und Drogerien näher angeschaut. Aber nur vier von etwa 300 geprüften Riegeln entsprechen den Greenpeace-Kritierien.
Nur 4 von 300 empfehlenswert
Das Ergebnis des Marktchecks ist ernüchternd: Von fast 300 geprüften Riegeln sind nur vier aus ökologischer und sozialer Sicht empfehlenswert: Sie sind biologisch hergestellt, rein pflanzlich und der Kakao, falls enthalten, ist Fairtrade-zertifiziert. Biologisch hergestellte Lebensmittel sind immer garantiert gentechnikfrei und chemisch-synthetische Spritzmittel wie Glyphosat sind verboten. Rein pflanzliche Lebensmittel brauchen im Vergleich zu tierischen weniger Fläche, weniger Energie und produzieren weniger klimaschädliche Treibhausgase.
Die Greenpeace-Kriterien erfüllen nur vier Proteinriegel:
- Drei “Naturally Pam” Bio-Riegel bei Bipa
- “Bio Protein-Riegel Protein-Bär” bei Spar und Interspar
Beim Kauf von Proteinriegeln kann man sich am grünen EU-Bio-Logo, am Vegan-Zeichen und der Fairtrade-Zertifizierung orientieren.
Kritik an tierischen Eiweißquellen
Bei Eiweiß nur an Milch und Eier zu denken, greift zu kurz, weil Proteine aus Hülsenfrüchten, Nüssen und Samen hochwertige Eiweißquellen sind. Tierische Proteine belasten Umwelt und Klima wesentlich stärker als pflanzliche. Hinzu kommt, dass zur Herstellung von tierischen Lebensmitteln oft gentechnisch verändertes Futter eingesetzt wird.
Kein Infos zur Herkunft
In über 80 Prozent der Proteinriegel stammt das Hauptprotein aus tierischen Quellen, in Form von stark verarbeiteten Zutaten wie Kollagenhydrolysat (meist Rind), Calcium Caseinat oder Molkenproteinisolat (aus Kuhmilch). Woher diese Zutaten kommen, bleibt meist offen: Nur bei rund 15 Prozent stammt das tierische Eiweiß laut Angaben des Handels aus der EU, meist fehlen Informationen zur den Herkunftsländern, vereinzelt wurden auch Länder wie USA, Argentinien, China und Südkorea genannt.
Protein-Snacks zum Selbermachen
Bei einer Greenpeace-Studie, die auch die Eiweißqualität berücksichtigt, schneiden pflanzliche Proteinquellen aus Hülsenfrüchten am besten ab. Daher hat Greenpeace drei einfache Rezepte für “Proteine to go” mit regionalen, rein pflanzlichen Zutaten wie Linsen und Tofu erstellt. Hier ist auch sichergestellt, dass kein Palmöl, das oft auf zerstörten Urwäldern in Ländern wie Indonesien angebaut wird, in den Riegeln, Balls und Crackern enthalten ist.
Der Marktcheck von Proteinriegeln
Die beste Note bei diesem Markcheck ist ein “Befriedigend” - vergeben an Spar und Bipa. Wie die Tabelle unten zeigt, erreichen sie bei den Supermärkten und Drogerien jeweils die beste Gesamtbewertung.
Nachzulesen sind alle Ergebnisse und Infos zum Marktcheck beim Angebot der Märkte und den Kriterien der Bewertung. Mehr Infos rund um die Proteinriegeln im österreichischen Handel finden sich im Hintergrundpapier.
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