Der Marktcheck von Schweinefleisch
Ein Marktcheck im Dezember 2025
Auch heuer hat Greenpeace das Angebot an frischem Schweinefleisch in den Supermärkten geprüft. Der Marktcheck zeigt, dass sich Schweinefleisch aus besserer Haltung innerhalb eines Jahres mit einem Anteil von fast 17 Prozent mehr als verdoppelt hat. Zum Schutz der Gesundheit und der Umwelt sollten wir weniger Fleisch und mehr pflanzliche Lebensmittel essen.
Weniger Tierleid bei Schweinefleisch
Der Marktcheck in den Supermärkten zeigt: Der Anteil von herkömmlich hergestelltem frischen Frischfleisch aus besserer Haltung ist innerhalb eines Jahres von 7,5 auf 16,9 Prozent gestiegen. Zurückzuführen ist diese Steigerung vor allem auf die Verbesserungen des Sortiments bei den Rewe-Töchtern Billa und Billa Plus, die im Vergleich am besten abschneiden. Bei den anderen Handelsketten zeigen sich kaum Veränderungen. Der Anteil von Bio-Fleisch, das die höchsten Standards bei Tierhaltung und Fütterung hat, liegt unverändert bei einem Prozent.
Penny: Keine Infos zu Fleisch-Angebot
Kritik übt Greenpeace am Rewe-Diskonter Penny, der beim Marktcheck am schlechtesten abschneidet: Als einziger Händler gibt Penny keine Auskunft über sein Fleisch-Angebot und legt nicht offen, unter welchen Bedingungen die Tiere gelebt haben.
Zu viel Fleisch und Gentechnik am Teller
Ein hoher Fleischkonsum schadet unserer Gesundheit: Die Österreicher:innen essen rund fünfmal so viel Fleisch wie empfohlen, was das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und bestimmte Krebsarten erhöht. Und die Herstellung des Tierfutters belastet Umwelt und Klima: Bei der Mehrheit der Schweine in den heimischen Ställen landet weit gereistes gentechnisch verändertes Soja aus Übersee im Futtertrog. Auch beim AMA-Gütezeichen ist die Fütterung von importiertem Gentech-Futter erlaubt.
Viel Tierleid, wenig Transparenz
Die Verhältnisse in der Schweinehaltung sind problematisch: Acht von zehn Schweinen, deren Fleisch im Supermarkt landet, Tieren leben weiterhin auf engstem Raum ohne Auslauf, kaum Stroh oder Beschäftigungsmaterial – Bedingungen, die Krankheiten und häufigem Einsatz von Antibiotika begünstigen.
Im Gegensatz zu Deutschland gibt es in den heimischen Supermärkten noch kein einheitliches System zur Kennzeichnung der Tierhaltung bei Frischfleisch. Für die österreichischen Konsument:innen gibt es wenig Orientierung beim Einkauf, sie müssen sich auf die freiwilligen Angaben der Hersteller verlassen.
Marktcheck von Schweinefleisch
Beim Marktcheck wurde frisches Schweinefleisch bewertet, kein mariniertes Fleisch und kein Faschiertes, das mit anderen Fleischsorten gemischt ist. Wie die Handelsketten im Vergleich abgeschnitten haben, zeigt die Tabelle unten. Am besten beurteilt Greenpeace das Angebot bei Billa Plus. In Bedienung gibt es hier ausschließlich herkömmliches Fleisch aus besserer Tierhaltung sowie biologisch hergestelltes Schweinefleisch. Bio erfüllt die höchsten Standards bei der Tierhaltung und die Schweine erhalten garantiert gentechnikfreies Futter.
Wie die Supermärkte beim Marktcheck abgeschnitten haben, zeigen die Tabelle unten sowie die Infos zum Angebot der Märkte. Wie Greenpeace die Sortimente beurteilt hat steht in den Kriterien der Bewertung. Wissenswertes rund um Schweinefleisch finden sich im Hintergrundpapier.
Helfen Sie mit Ihrer Spende!
Mit unseren Marktchecks zeigen wir auf, welche Produkte Konsument:innen in heimischen Supermärkten bedenkenlos kaufen können und wo noch Handlungsbedarf besteht. Bitte ermöglichen Sie es uns, noch viel weitere Checks durchzuführen und so das Angebot umweltfreundlicher Produkte zu verbessern!