Erfolg: 60 Staaten ratifizieren UN-Meeresschutzabkommen
Der nächste wichtige Meilenstein auf dem Weg zum Hochseeschutz ist erreicht. Damit muss das Abkommen innerhalb von 120 Tagen in Kraft treten.
Greenpeace kämpft seit zwei Jahrzehnten für ein Abkommen zum Hochseeschutz – denn die Meere sind ein einziges Katastrophengebiet: Überfischung bringt immer mehr Arten an den Rand des Aussterbens, Schiffsrouten zerschneiden die Kinderstuben von Walen, die Plastikverschmutzung schafft riesige Müllinseln im Ozean, und die Ölindustrie verschmutzt von der Ölsuche bis zur Ölförderung gewaltige Gebiete.
Diese Umweltzerstörung gefährdet zahllose Tiere, sie gefährdet die Lebensgrundlagen von Millionen Menschen, und sie gefährdet auch das Weltklima; denn nur gesunde Meere können ihren Beitrag zur Kühlung des Planeten liefern. Wissenschaftler:innen haben daher bereits vor Jahren festgestellt, dass mindestens 30 Prozent der Meere unter Schutz gestellt werden müssen, damit sie sich erholen. Doch bis jetzt waren es weniger als 5 Prozent – und überhaupt nur 0,9 Prozent der Hohen See, also der Meeresgebiete außerhalb von Staatsgrenzen. Diese Gebiete machen den überwältigenden Teil der Ozeane aus, und bis jetzt fehlte die gesetzliche Grundlage, sie zu schützen.
Doch nach jahrelangen Verhandlungen und unermüdlichem Einsatz von Greenpeace zum Schutz der Meere erreichten wir vor zwei Jahren den Durchbruch für die Hohe See: Die Vereinten Nationen beschlossen das UN-Hochseeschutzabkommen, das die rechtliche Grundlage für den Hochseeschutz und die Errichtung von Meeresschutzgebieten auch auf der Hohen See sein kann. Damit es in Kraft treten konnte, mussten aber noch mindestens 60 Länder das Abkommen ratifizieren.
Wichtiger Meilenstein – und wie es weitergeht
Jetzt ist es soweit! Nach zweijähriger Arbeit, in der wir Staat um Staat überzeugten, wurde am 19. September 2025 die entscheidende Marke erreicht. Der Vertrag wird damit innerhalb von 120 Tagen rechtskräftig in Kraft treten. Das ist ein historischer Tag für den Meeresschutz – und auch ein Beweis, dass selbst in schwierigen Zeiten noch großartiges erreicht werden kann, wenn genügend Menschen zusammenstehen; über 5,5 Millionen Menschen unterzeichneten die Greenpeace-Petitionen, über 600.000 davon alleine in Österreich.
Das bestätigt auch Mads Christensen, Geschäftsführer von Greenpeace International: „Dies ist ein Meilenstein für den Schutz der Ozeane und ein Beweis dafür, dass Länder sich zusammenschließen können, um unseren blauen Planeten zu schützen. Die Ära der Ausbeutung und Zerstörung muss ein Ende haben, und der globale Ozeanvertrag ist das Instrument, um dies zu erreichen. Die Regierungen weltweit müssen diese Zeit jetzt nutzen, um sicherzustellen, dass die erste Ozean-Konferenz (COP) zu einem Wendepunkt wird, und damit beginnen, Pläne für die ersten Schutzgebiete im Rahmen des Vertrags zu entwickeln.“
Denn Schutzgebiete sind entscheidend: Nur dort sind die Ökosysteme mit ihren Tieren und anderen Organismen wirklich sicher vor menschlichem Einfluss. Ihre Ausbeutung und Zerstörung ist verboten, und auch vor dem gefährlichen Tiefseebergbau sind sie geschützt.
Bis zur Ozean-COP (Conference of Parties), bei der die genauen Vertragsbedingungen festgelegt werden, müssen jetzt wichtige Schritte geschehen:
- Die Regierungen müssen nun die nächsten Monate nutzen und mit der Entwicklung neuer Schutzgebiete auf Hoher See beginnen.
- Die Regierungen müssen sicherstellen, dass der Vertrag die Befugnis hat, Maßnahmen schnell umzusetzen, ohne dass es zu Verzögerungen kommt.
- Die Regierungen müssen sicherstellen, dass die Einrichtung von Schutzgebieten auf soliden wissenschaftlichen Erkenntnissen basiert und unter Beteiligung indigener Völker und lokaler Gemeinschaften erfolgt.
Es bleibt also noch viel zu tun – doch mit dem Rückhalt von Millionen Menschen können wir den Schutz der Meere sichern. Und dafür sorgen, dass Überfischung, Plastikflut, Ölsuche und Schiffsverkehr das Leben in den blauen Tiefen der Ozeane nicht mehr zerstören.