Verantwortung für kommende Generationen
„Die Natur weiterzugeben ist das Verantwortlichste, was wir tun können.“
Herr Dipl.-Ing. Karl Richard K. ist ein Mensch, der Natur nicht nur schätzt, sondern lebt. Schon früh geprägt durch intensive Naturerfahrungen, versucht er bis heute, sein Leben so nachhaltig wie möglich zu gestalten. Beruflich war er viele Jahre im Finanzbereich tätig, privat beschäftigt er sich mit Modellbau und engagiert sich für Umweltschutz und Artenvielfalt. Im bienen- und vogelfreundlichen Naturgarten mit Biotop setzen er und seine Frau ebenso auf heimische Pflanzen wie auf Verantwortung gegenüber kommenden Generationen. Dieses Werteverständnis prägt auch seine Entscheidung, Greenpeace in seinem Testament zu berücksichtigen.
Welche Umwelt- oder Greenpeace-Themen liegen Ihnen besonders am Herzen?
Alles, was mit dem Meer zu tun hat, berührt mich sehr. Gleichzeitig beschäftigen mich große Themen wie Wälder, die Klimakrise und die Verschmutzung unserer Umwelt. Müllvermeidung und Bewusstseinsbildung sind dabei genauso wichtig wie der Blick auf die globalen Bedrohungen.
Genau deshalb habe ich mich für Greenpeace entschieden: weil Greenpeace global arbeitet und dort ansetzt, wo die Ursachen liegen – bei Meeren, Wäldern und Klima.
Gibt es eine Greenpeace-Aktion, die Ihnen besonders in Erinnerung geblieben ist?
Ja, mehrere. Aktionen gegen die Verschmutzung der Meere, insbesondere durch Plastikmüll, haben mich sehr bewegt. Auch die Bilder der Proteste gegen Walfangschiffe oder gegen die Schleppnetzfischerei sind mir stark im Gedächtnis geblieben. Diese Klarheit und Konsequenz beeindrucken mich bis heute.
Welche Rolle spielt Umweltschutz in Ihrem Privat- und Familienleben?
Meine Frau und ich sind uns hier sehr einig. Wir haben zwei Pflegekinder, Patrick und Stefanie, heute 28 und 26 Jahre alt. Wir haben versucht, Umweltschutz vorzuleben, ohne Druck auszuüben. Natürlich haben jüngere Generationen heute einen anderen Zugang – vieles, was für uns selbstverständlich war, wie Bauernhöfe, eigene Ernte oder Walnüsse direkt vom Baum, geht ein Stück weit verloren. Aber wir halten es trotzdem für wichtig, diese Werte weiterzugeben.
Sehen Sie sich eher als Teil einer Bewegung oder als Botschafter?
Ich sehe mich tatsächlich eher als Botschafter und Vorbild. In unserem Dorf bin ich bekannt als der Radfahrer – ich lege praktisch alle Wege mit dem Rad zurück. Gemeinsam mit zwei anderen habe ich auch die Radlobby in Breitenbrunn mitgegründet. Dort kümmere ich mich, meinem beruflichen Hintergrund entsprechend, um die Buchhaltung, aber auch um Organisation und Austausch. Ich sehe mich klar als Meinungsmacher im positiven Sinn.
Haben Sie einen Umwelttipp für unsere Leser:innen?
Viele besondere Erlebnisse liegen direkt vor unserer Haustür. Eine Radtour entlang der Mur oder rund um den Neusiedler See, Wanderungen in nahegelegenen Regionen – all das ist Urlaub mit echtem Erlebniswert. In Europa gibt es so viel Schönes zu entdecken, und vieles davon ist ganz nah.
Warum haben Sie sich entschieden, Greenpeace zu unterstützen?
Weil Greenpeace eine globale Organisation ist – und die großen Umweltprobleme global sind. Klimakrise, Meere, Wälder lassen sich nicht national lösen. Außerdem ist mir wichtig, dass Greenpeace unabhängig ist, ohne parteipolitische oder ideologische Bindung. Die finanzielle Unabhängigkeit von Politik und Unternehmensgeldern spielt für mich eine zentrale Rolle.
Warum haben Sie Greenpeace auch in Ihrem Testament berücksichtigt?
Für mich ist das eine Form nachhaltiger Investition. Bevor mein Vermögen später vollständig dem Konsum zufällt, investiere ich lieber in eine lebenswerte Zukunft. Die Natur weiterzugeben, halte ich für das Verantwortlichste, was wir tun können.
Was würden Sie Menschen sagen, die über eine Testamentsspende nachdenken?
Man übernimmt damit Verantwortung. Es ist ein Versuch, den Schaden zu minimieren, den wir als Menschheit durch unseren Lebensstandard angerichtet haben. Für mich ist das ein Ausgleich – und ein bewusstes Zeichen für kommende Generationen.
Das Interview mit Hrn. Kuncar erschien auch in unserem Spender:innenmagazin ACT 01/26