Die Coronakrise hat uns deutlich vor Augen geführt, dass auch unsere selbstverständlich geglaubte Versorgungssicherheit in Österreich überraschend schnell ins Wanken geraten kann.
Denn das System wird auf vielen Ebenen geschwächt. Hohe Lebensmittelverschwendung sorgt für Ressourcen- und Arbeitsverschwendung. Billigimporte und falsche Förderungen gefährden kleinbäuerliche und regionale Strukturen. Zu viel Fleischerzeugung, Agrospriterzeugung und Bodenversiegelung machen die fruchtbaren Flächen zu knapp für Eigenversorgung. Klimakrise und extremes Wetter bedrohen künftige Ernten.
Zu allem Überfluss setzt die europäische Politik auch noch auf Handelspakte wie den mit dem Mercosur-Raum. Diese verstärken die Importabhängigkeit, bringen die heimischen Bäuerinnen und Bauern in Konkurrenz mit Agrarkonzernen aus Übersee und führen zu weltweiter Naturzerstörung.
Wir brauchen eine Trendwende! Denn kaum etwas ist wichtiger als Ernährung. Ich bitte Sie daher:
Schaffen Sie ein krisensicheres Ernährungssystem – und unterstützen Sie unsere 10 Punkte für eine krisensichere Lebensmittelversorgung:
- Verhindern zerstörerischer Handelspakte. Setzen Sie sich mit aller Kraft dafür ein, dass der zerstörerische Mercosur-Handelspakt in keiner Form kommt – weder in der derzeitigen Form noch mit wirkungslosen „Beipacktexten”.
- Ausbau der biologischen Landwirtschaft – 40 Prozent Bio-Flächen bis 2030. Die Bio-Landwirtschaft ist klimafreundlicher und ist deutlich weniger abhängig von importierten Betriebsmitteln.
- Reduktion des Fleischkonsums um 50 Prozent bis 2030. Das bedeutet gesündere Ernährung, weniger Flächenverbrauch und geringere Abhängigkeit von Soja-Importen.
- Echte Wahlfreiheit der KonsumentInnen durch Transparenz. Den Wandel zu einem gesunden Ernährungssystem können wir nur mit Hilfe informierter KonsumentInnen schaffen. Diese brauchen Lebensmittelkennzeichnung nach Herkunft und Qualität in allen Bereichen.
- Gezielte Förderung kleinbäuerlicher Strukturen in Österreich. Agrarfördermittel sollen nicht weiter nach dem Gießkannenprinzip verteilt werden, sondern vor allem kleinteilige, vielfältige Strukturen stärken.
- Auf ein Krisenfestigkeit ausgerichtete öffentliche Beschaffung. Die Öffentliche Hand kann ein krisenfestes Lebensmittelsystem fördern – das heißt statt Billigstbieterprinzip mehr Bio, mehr regional, saisonal und weniger Fleisch.
- Halbierung der jährlichen Bodenversiegelung bis 2025. Durch ein Maßnahmenbündel aus Raumplanung, Städteplanung, verstärkten Schutzmaßnahmen für landwirtschaftliche Nutzflächen und gezielter Entsiegelung, um zu verhindern, dass uns weiterhin täglich fruchtbare Böden verloren gehen.
Anmerkung: Das Ziel wurde bis 2025 nicht erreicht. Greenpeace setzt sich heute weiter für ein Netto-Null bei der Bodenversiegelung ein. - Lebensmittelabfälle halbieren bis 2030. Eine Halbierung der Verschwendung könnte die Lebensmittelproduktion um 15 - 20 Prozent reduzieren. Das erhöht Versorgungssicherheit und senkt Treibhausgasemissionen.
- Verdoppelung der finanziellen Mittel für das österreichische Agrarumweltprogramm. Die zweckgewidmeten Fördermittel für Leistungen der Bäuerinnen und Bauern im Bereich Klima-, Biodiversitäts- und Umweltschutz sowie Tierwohl sollten von derzeit 25 Prozent auf 50 Prozent der Gesamt-Agrarförderungen erhöht werden.
- Keine weitere Beimischung von pflanzlichen Ölen zu Diesel. Flächen, auf denen Pflanzen für Agrotreibstoffe angebaut werden, sollten in Zukunft wieder zur Produktion von Lebensmitteln dienen, um die Versorgungssicherheit zu erhöhen.
Unsere Ernährung ist unsere Zukunft. Wenn wir und unsere Kinder noch in Jahrzehnten sichere Ernährung haben sollen, müssen wir heute etwas dafür tun.
Setzen Sie sich jetzt dafür ein!
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