Greenpeace-Analyse zeigt dramatischen Trend: Grundwasserstände im Mai trotz Regens weiter gesunken
86 Prozent aller Grundwasserstände in Österreich zu niedrig - Schon jede vierte Messstelle so niedrig wie Ende Mai noch nie
Wien - Die Umweltschutzorganisation Greenpeace hat die aktuelle Situation der österreichischen Grundwasserstände mit Ende Mai ausgewertet. Das Ergebnis ist dramatisch: Trotz einigen Regens im Mai zeigen aktuell bereits 86 Prozent aller Messstellen einen niedrigen oder sogar sehr niedrigen Grundwasserstand. Bei jeder vierten Messstelle ist der Wasserstand so niedrig wie Ende Mai seit Messbeginn noch überhaupt nie. Greenpeace fordert von Wasser-Minister Norbert Totschnig, jetzt das längst versprochene Wasserentnahme-Register rasch umzusetzen, damit erstmals klar ist, wie viel Wasser Industrie und Landwirtschaft wirklich verbrauchen. Außerdem fordert Greenpeace einen Grundwasser-Abgabe für industrielle Großverbraucher.
Sebastian Theissing-Matei, Wasserexperte bei Greenpeace: „Unsere Böden und Äcker verdorren immer weiter. Gleichzeitig sinkt unser lebenswichtiger Grundwasserschatz derzeit vielerorts dramatisch ab. Darunter leiden Natur, Landwirtschaft und Wasserversorger. Die Rechnung dafür zahlen wir aber alle gemeinsam. Höchste Zeit, dass Wasser-Minister Totschnig endlich seiner Verantwortung nachkommt und Österreich dürrefit macht.”
Greenpeace hat 224 Grundwasser-Messstellen in ganz Österreich mit Ende Mai ausgewertet. Dabei zeigen unglaubliche 86 Prozent aktuell ein niedriges oder sehr niedriges Niveau. Besonders dramatisch ist, dass an jeder vierten Messstelle das Grundwasser so niedrig liegt, wie Ende Mai noch nie. Besonders häufig treten diese Rekord-Tiefststände derzeit in Salzburg auf. Dort liegt das Grundwasser an drei Viertel der Messstellen so niedrig wie Ende Mai noch nie. Auch Oberösterreich ist stark betroffen, hier liegt das Grundwasser an 46 Prozent der Messstellen wie Ende Mai noch nie. In Kärnten zeigt jede einzelne Messstelle einen niedrigen oder sehr niedrigen Wasserstand.
Diese akute Grundwasser-Krise ist eine direkte Folge des extrem trockenen vergangenen Jahres, in dem neun von zwölf Monaten zu wenig Niederschlag brachten. Auch der gerade zu Ende gehende Mai war im österreichweiten Schnitt um 30 Prozent zu trocken. Angesichts der schwindenden Grundwasserreserven fordert Greenpeace von Wasser-Minister Totschnig, das längst versprochene Wasserentnahme-Register ohne weitere Verzögerungen umzusetzen. Denn bisher fehlen exakte Daten über den tatsächlichen Verbrauch von Industrie und Landwirtschaft. Zudem fordert Greenpeace eine Wasserabgabe für industrielle Großverbraucher von Grundwasser. Denn diese erwirtschaften mit unserer gemeinsamen Ressource Grundwasser große Gewinne, zahlen aber in der Regel nichts dafür.
Die Analyse mit den Ergebnissen zu allen Bundesländern und Bildmaterial finden Sie hier: https://act.gp/Grundwasser-Mai
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