Greenpeace schlägt Alarm: Neues Salzburger Landesentwicklungsprogramm befeuert Zersiedelung
Greenpeace kritisiert Aushöhlung des Bodenschutzes und fordert von ÖVP-Landeshauptfrau Edtstadler Leerstandsnutzung statt Zersiedelung
Salzburg – Morgen, am 1. Oktober tritt das neue Salzburger Landesentwicklungsprogramm (LEP) in Kraft. Unter dem Deckmantel der Entbürokratisierung erleichtert die Salzburger ÖVP-FPÖ-Landesregierung den Bau neuer Logistikzentren und Gewerbegebiete auf der grünen Wiese deutlich. Die Umweltschutzorganisation Greenpeace warnt: Durch gravierende Schwachstellen bei den Widmungsregeln für “Betriebsbauland” droht eine neue Welle der Zersiedelung und Bodenversiegelung auf Kosten von Landwirtschafts- und Naturflächen. Greenpeace fordert die Salzburger Landesregierung unter Landeshauptfrau Karoline Edtstadler auf, das Landesentwicklungsprogramm umgehend nachzubessern.
Melanie Ebner, Boden- und Naturschutzexpertin bei Greenpeace Österreich: „Das neue Landesentwicklungsprogramm opfert wertvolle Natur- und Landwirtschaftsflächen zugunsten einer ungebremsten Flächenversiegelung. Anstatt wertvolle Böden konsequent zu schützen und Leerstände zu nutzen, öffnet die Salzburger ÖVP-FPÖ-Landesregierung Tür und Tor für den Bau von gigantischen Gewerbeparks mitten auf der grünen Wiese. Dieses Vorhaben bedeutet unweigerlich weniger Platz für Natur und Landwirtschaft.“
Wesentliche Kritikpunkte:
- Aufhebung des Anschlussgebots: Künftig sollen neue Gewerbeflächen nicht mehr zwingend an bestehende, bebaute Standorte angrenzen müssen. Das befeuert die Zersiedelung der Landschaft, wodurch die Lebensräume zahlreicher Tiere fragmentiert werden.
- Keine Pflicht zur Nutzung von Leerstand/ Brachflächen: Es fehlen verbindliche Vorgaben, vor Neuwidmungen zuerst leerstehende Gebäude und brachliegende Industriezonen zu nutzen. Neue Gewerbegebiete können nun noch leichter entstehen, während österreichweit 33,3 Millionen Quadratmeter an Gewerbe- und Industrieflächen brach liegen und zahlreiche Geschäftsflächen leerstehen.
- Keine Pflicht zur “Kategorisierung der Verkehrsintensität” bei neu gewidmetem Betriebsbauland: Anstatt Anstieg von Lärm, Abgasen und Straßenüberlastung im Vorfeld zu prüfen und zu vermeiden, nimmt das Land die zusätzlich entstehende Belastung durch neue Gewerbegebiete künftig im Blindflug in Kauf.
Greenpeace fordert die Salzburger ÖVP-FPÖ-Landesregierung auf, das Landesentwicklungsprogramm umgehend nachzubessern. Darunter muss die Aufhebung des Anschlussgebots rückgängig gemacht werden, um Zersiedelung und Bodenverbrauch einzudämmen und eine verbindliche Vorrangprüfung für Gewerbe- und Industrie-Leerstand eingeführt werden.