Renaturierungsverordnung: Greenpeace fordert Naturschutzoffensive von Regierung
Umweltschutzorganisation fordert absoluten Baustopp in Naturschutzgebieten und mindestens 30 Prozent Stadtbegrünung durch Bäume im Zuge der öffentlichen Beteiligung
Wien – Heute endet die Frist zur öffentlichen Beteiligung an der Umsetzung der Renaturierungsverordnung. Greenpeace fordert in einer Stellungnahme dazu wirksamere Naturschutzgebiete sowie eine umfassende Begrünungsoffensive in Städten.
Melanie Ebner, Naturschutz-Expertin bei Greenpeace: „Renaturierung kann uns viele Vorteile bescheren: Geben wir Flüssen und Auenlandschaften ihren natürlichen Lauf zurück und entsiegeln wir ungenutzte Asphaltwüsten, schützen wir uns gleichzeitig vor Überschwemmungen. In Städten können zusätzliche Bäume helfen, Rekordtemperaturen im Sommer zu regulieren. Je eher wir damit anfangen, desto besser für alle- denn die Klimakrise wartet nicht.”
Österreich braucht deutlich wirksamere Schutzgebiete: Obwohl fast ein Drittel der Landesfläche formell geschützt ist, wird dennoch weiterhin in diesen Gebieten gebaut, mitunter auch in Natura-2000-Gebieten. Streng geschützte Naturgebiete machen derzeit nur 2,5 Prozent der Landesfläche aus. Greenpeace fordert, mindestens zehn Prozent Österreichs unter strengen Schutz zu stellen und einen sofortigen Stopp von Bau-, Abbau- und Entnahmeprojekten (wie z.B. Steinbrüche) in und um Natura-2000-Gebieten sowie in allen weiteren Schutzgebietskategorien durchzusetzen.
Versiegelung und Beton verschärfen Hitze, Überflutungsrisiken und Biodiversitätsverlust. Greenpeace fordert, dass bei der Umsetzung der Verordnung mindestens 30 Prozent in besiedelten Stadt- und Gemeindegebieten durch Baumkronen beschattet ist. Des Weiteren darf es keinen Nettoverlust an Grünflächen geben. Dabei muss jedes Stadtgebiet für sich gelten. Kompensationen dürfen nicht nur nach Quadratmetern berechnet werden, sondern müssen auch qualitativ gleichwertig oder besser sein und möglichst im unmittelbaren Umfeld liegen, damit sich Kühlung, Wasserrückhalt und Lebensqualität nicht maßgeblich verschlechtern.
Greenpeace-Stellungnahme zur Renaturierungsverordnung: https://bit.ly/3NKv4oS