Motten loswerden mit Hausmitteln
Draußen in der Natur sind Motten wertvolle Bestäuber und Teil eines gesunden Ökosystems. In den eigenen vier Wänden sollten sie sich aber nicht breitmachen. Denn obwohl sie an und für sich völlig harmlos sind, können sie Lebensmittel befallen und Löcher in Kleidungsstücken hinterlassen. Chemische Mittel sind jedoch keine nachhaltige Lösung: Sie belasten nicht nur die Umwelt, sondern oft auch unsere eigene Gesundheit. In diesem Ratgeber verraten wir Ihnen, wie Sie Motten umweltfreundlich loswerden und einem Befall vorbeugen.
Mottenarten im Haushalt
Auch wenn ihre Flügel weniger farbenprächtig sind, handelt es sich bei Motten um Schmetterlinge. Die kleinen Nachtfalter sind ockergelb, braun, grau oder können sogar rötlich gefärbte Flügel haben. In der freien Natur gibt es zahlreiche Arten von Motten, doch im Haushalt begegnen uns vor allem Kleider- und Lebensmittelmotten.
Kleidermotten lieben tierische Naturfasern wie Wolle, Seide, Filz, Federn oder Pelz – pflanzliche Naturfasern sind vor den Tierchen sicher. Die Larven ernähren sich nämlich vom Protein Keratin, das in Tierhaaren enthalten ist. Die winzigen gelb-weißen Raupen fressen Löcher in Kleidung und Teppiche, während ausgewachsene Falter keine Textilien mehr beschädigen. Die Weibchen legen die Eier direkt auf Stoffen oder in Ritzen ab. Unter günstigen Bedingungen können sich mehrere Generationen pro Jahr entwickeln – ein Grund, warum ein Befall schnell außer Kontrolle geraten kann.
Bei Lebensmittelmotten – auch Speisemotten oder Vorratsmotten genannt – handelt es sich in der Regel um Dörrobstmotten, Mehlmotten oder Mehlzünsler. Anders als die einfarbigen strohgelben Kleidermotten sind Lebensmittelmotten braun und weisen eine dunkle Musterung auf den Flügeln auf. Sie legen ihre Eier bevorzugt in trockenen Vorräten wie Getreide, Mehl, Nüssen, Trockenobst, Schokolade oder Gewürzen ab.
Gut zu wissen: Genauso wie Fruchtfliegen sind Motten weder gefährlich, noch übertragen sie Krankheiten. Sie gehören zu einem gut funktionierenden Ökosystem und übernehmen draußen wichtige Aufgaben – dazu später mehr. Im Haushalt sollten sie sich aber trotzdem nicht zu wohl fühlen. Deshalb setzen wir auf umweltfreundliche Lösungen, um die Nachtfalter aus Küche und Kleiderschrank fernzuhalten.
Wie erkenne ich Mottenbefall?
Mottenbefall entwickelt sich oft schleichend. Je früher Sie die Anzeichen bemerken, desto leichter lassen sich die kleinen Falter vertreiben, bevor sie größeren Schaden anrichten. Achten Sie auf folgende Hinweise:
Bei Kleidermotten
- Kleine cremefarbene Falter in Kleiderschränken oder an Vorhängen
- Löcher oder Fraßspuren in tierischen Naturfaserstoffen
- Feine Gespinste oder Kokons in Kleiderstapeln oder auf Teppichen
- Unbenutzte Kleidung weist feine Faserrückstände auf
Bei Lebensmittelmotten
- Graubraune Falter in der Küche oder am Vorratsschrank
- Feine Gespinste, Kokons oder Larven in Verpackungen und Lebensmitteln
- Krümelreste oder Verklumpungen in Lebensmitteln
- Winzige Löcher in Papier- oder Plastikverpackungen
Wie werde ich Motten in Küche & Kleiderschrank los? Sofortmaßnahmen bei Befall
Mottenbefall ist zwar unangenehm, lässt sich aber mit etwas Geduld und einfachen Mitteln gut in den Griff bekommen:
Vorrats- und Kleiderschränke ausräumen und reinigen
Wenn Sie vermehrt kleine Falter in Innenräumen bemerken, ist im ersten Schritt eine gründliche Reinigung angesagt. Egal ob es sich um Lebensmittel- oder Kleidermotten handelt: Beginnen Sie damit, alle Schränke auszuräumen. Saugen Sie Regalböden, Ritzen und Ecken sorgfältig ab und entsorgen Sie den Staubsaugerbeutel sofort. Wischen Sie danach alle Flächen mit heißem Wasser und Essig aus und entfernen Sie mögliche Rückstände von Motteneiern. Kontrollieren Sie sämtliche Lebensmittel und jedes Kleidungsstück sorgfältig.
Motten in der Küche loswerden
In der Küche werden Motten häufig in offenen oder schlecht verschlossenen Vorräten entdeckt. Kontrollieren Sie alle Lebensmittel auf feine Gespinste oder Krümelreste und sortieren Sie befallene Produkte sofort aus.
Motten im Kleiderschrank loswerden
Bei Kleidung können Sie waschbare Textilien bei mindestens 60 °C waschen. Empfindliche Stoffe wie Wolle oder Seide legen Sie für mehrere Tage ins Gefrierfach, um Eier und Larven abzutöten. Anschließend sollten Sie die Kleidungsstücke ausschütteln oder abbürsten, um abgestorbene Eier und Larven zu entfernen.
Mottennest finden
Außerdem ist es wichtig, die Brutstätte der Motten zu lokalisieren. So verhindern Sie, dass sich der Befall weiter ausbreitet. Ein richtiges „Nest“ bauen Motten zwar nicht, doch sie legen ihre Eier bevorzugt an geschützten, dunklen und wenig bewegten Orten ab – oft schwer zugänglich und gut versteckt.
Lebensmittelmotten in der Küche loswerden
Bei Lebensmittelmotten sitzen die Eier meist direkt an den Vorräten: in aufgerissenen Verpackungen, Kartonfalten oder den Ritzen von Vorratsschränken. Prüfen Sie Schrankbretter, Bohrlöcher und Ecken mit einer Taschenlampe und saugen Sie diese gründlich aus. Auch das heiße Föhnen von Ritzen hilft dabei, mögliche Eier und Larven abzutöten.
Beim Stoppen der Motten-Plage kann außerdem Natron helfen: Einfach vier Esslöffel Natron mit einem Esslöffel Mehl in einer Schüssel mischen und als Falle in den Schrank stellen. Die Motten legen ihre Eier ins Mehl – dann greift das Natron die Eier an und tötet sie ab.
Motten im Kleiderschrank loswerden
Kleidermotten legen ihre Eier gern in dunklen Bereichen ab, zum Beispiel in Kleiderstapeln, an Teppichrändern, in Schubladen oder Polstermöbeln. Durch einen gründlichen Check solcher Stellen kann Mottenbefall frühzeitig erkannt und bekämpft werden.
Schlupfwespen einsetzen
Verzichten Sie auf chemische Sprays oder aggressive Mittel. Sie beseitigen die Ursache nicht nachhaltig und können Umwelt und Gesundheit belasten. Viele Mittel, die schnelle Hilfe gegen Mottenbefall versprechen, enthalten Naphthalin, das auch für den Menschen gesundheitsschädlich ist.
Auch die häufig eingesetzten Pheromonfallen, auf denen die Motten kleben bleiben und langsam verenden, locken nur die Männchen an und können Motten daher nicht nachhaltig vertreiben. Da die Fallen eine relativ große Reichweite haben, holt man mit den Lockstoffen im schlimmsten Fall sogar noch mehr Motten durch das geöffnete Fenster herein.
Eine besonders effektive und gleichzeitig umweltfreundliche Methode gegen Mottenbefall ist der Einsatz von Schlupfwespen. Diese winzigen Nützlinge sind mit bloßem Auge kaum zu erkennen (3 mm groß) und völlig ungefährlich für Menschen und Haustiere. Sie suchen gezielt nach den Eiern von Motten und legen ihre eigenen Eier hinein. Aus den Motteneiern schlüpfen dann keine Larven mehr, sondern neue Schlupfwespen, die sich so lange vermehren, bis keine Motteneier mehr vorhanden sind. Sobald die Mottenpopulation „besiegt“ wurde, verschwinden die Schlupfwespen von selbst, da sie keine Nahrung mehr finden. Die Schlupfwespen-Kärtchen sind in den meisten Gärtnereien oder Drogerien erhältlich und werden einfach in Vorrats- oder Kleiderschränken platziert.
Motten fernhalten: Vorbeugende Maßnahmen & Hausmittel
Im Idealfall werden Motten gar nicht erst in die Wohnung gelassen. Wer einige einfache Tipps beherzigt, kann Lebensmittel und Kleidung dauerhaft schützen und sein Zuhause von Anfang an wenig attraktiv für die kleinen Insekten machen:
Kleidermotten fernhalten
Duftbarriere einrichten
Motten haben einen feinen Geruchssinn und meiden bestimmte Düfte. Vor allem Lavendel, Zedernholz und Nelken können die Falter nicht riechen. Lavendelsäckchen oder Zedernholzringe für den Kleiderschrank vertreiben nicht nur Motten, sondern verbreiten zusätzlich einen angenehmen Duft im Kleiderschrank. Auch ätherische Öle (Nelkenöl, Lavendelöl, Zedernholzöl, Teebaumöl) halten Motten fern.
Tipp: Vergessen Sie nicht, die Duftstoffe regelmäßig auszutauschen, da ihre Wirkung nach einigen Wochen nachlässt.
Nur saubere Kleidung in den Schrank
Im Kleiderschrank sollten nur ungetragene Textilien aufbewahrt werden. Hautschuppen und Haare sind nämlich eine zusätzliche Nahrungsquelle für Motten und deshalb besonders verlockend. Saisonale Kleidung lässt sich gut in Kleidersäcken oder Boxen aufbewahren. Zusätzlich sollten Sie Ihre Kleiderschränke regelmäßig lüften und Kleidung in Bewegung bringen – durch Ausklopfen, Umsortieren oder eben Tragen. Motten meiden nämlich Licht und Bewegung, sodass Sie ihnen dadurch den Lebensraum entziehen.
Regelmäßig staubsaugen und Schränke reinigen
Halten Sie außerdem Kleiderschränke und Teppichränder sauber, um Motten die Brutplätze zu nehmen. Regelmäßiges Staubsaugen und feuchtes Auswischen mit Essigwasser verhindern, dass sich Larven in versteckten Ritzen einnisten können.
Lebensmittelmotten fernhalten
Duftstoffe einsetzen
Genauso wie Kleidermotten lassen sich auch Lebensmittelmotten mit natürlichen Duftstoffen fernhalten. Platzieren Sie dazu Lorbeerblätter oder Gewürznelken in Vorratsschränken und Schubladen.
Lebensmittel sorgfältig einkaufen und lagern
In der Regel gelangen Lebensmittelmotten nicht von draußen in die Wohnung, sondern wir bringen sie selbst mit bereits befallenen Einkäufen nach Hause. Achten Sie deshalb schon im Supermarkt darauf, ob sich feine Gespinste und zusammenklebende Körner in Lebensmittelverpackungen befinden. Auch kleine Löcher oder beschädigte Ecken können darauf hinweisen, dass sich bereits Motteneier oder Larven darin befinden. Besonders anfällig sind Produkte wie Mehl, Haferflocken, Nüsse oder getrocknete Früchte. Zu Hause lagern Sie alle Vorräte am besten luftdicht in Glas- oder Metallbehältern.
Vorratsschränke sauber halten
Sauberkeit ist der beste Schutz vor Lebensmittelmotten. Wischen Sie Vorratsschränke mehrmals im Jahr mit heißem Wasser und Essig aus, um Lebensmittelreste zu entfernen und Motten durch den Geruch zu vertreiben. Achten Sie dabei besonders auf Bohrlöcher, Ecken und Spalten, wo sich bereits Eier und Larven verstecken könnten.
Warum Motten wichtig für eine gesunde Natur sind
Auch wenn Motten in Küche und Kleiderschrank lästig sein können, spielen sie eine wertvolle Rolle in der Natur. Dort zersetzen die Kleidermotten das Fell toter Säugetiere oder die Federn verendeter Vögel und helfen so beim „Aufräumen“! Die kleinen Falter fressen die schwer abbaubare Substanz Keratin. Außerdem dienen Motten vielen Tieren als wertvolle Nahrungsquelle und sind damit ein wichtiger Bestandteil der Nahrungskette.
Der dramatische Rückgang vieler Insektenarten zeigt, wie sensibel das Gleichgewicht unseres Ökosystems ist. Besonders Bestäuber wie Wildbienen, Hummeln und Schmetterlinge sind für die Natur und uns Menschen unersetzlich. Greenpeace setzt sich deshalb für den Schutz wertvoller Bestäuber und ihrer Lebensräume ein und fordert das komplette Verbot für sie giftiger Pestizide. Helfen Sie mit – unterschreiben Sie unsere Petition!
Retten wir die Wildbienen vor giftigen Pestiziden
In Österreich gibt es immer weniger Wildbienen, Hummeln und andere wichtige Bestäuber! Pestizide, Monokulturen, Schädlinge, Krankheiten und Klimakrise bedrohen sie.
Petition unterzeichnenFAQ
Motten lassen sich am besten und nachhaltigsten mit einer gründlichen Reinigung und richtiger Lagerung loswerden. Befallene Vorräte entsorgen, Schränke auswischen, Kleidung waschen oder einfrieren und Mottennester sorgfältig entfernen. Natürliche Hilfsmittel wie Schlupfwespen und Lavendelsäckchen unterstützen die Maßnahmen.
Das Ausräumen und Reinigen aller betroffenen Bereiche ist am effektivsten. Luftdichte Behälter für Vorräte, regelmäßiges Lüften und Staubsaugen sowie natürliche Duftbarrieren sorgen dafür, dass Motten nicht zurückkehren.
Motten legen ihre Eier gern an versteckten, ruhigen Orten ab: Lebensmittelmotten bevorzugen Vorratspackungen, Ritzen und Schrankfächer. Kleidermotten nisten sich in dunklen Schränken, Kleiderstapeln, Teppichrändern oder Polstermöbeln ein.
Wenn Sie gründlich vorgehen, können Sie einen Befall meist in ein paar Wochen eindämmen. Da Motten mehrere Entwicklungsstadien durchlaufen, ist es wichtig, die Maßnahmen mindestens vier bis sechs Wochen konsequent fortzusetzen, um auch alle Larven und Eier zu beseitigen.
Die meisten Motten kommen nicht von draußen herein, sondern gelangen über bereits befallene Vorräte oder Kleidung in die Wohnung. Regelmäßige Kontrollen beim Einkaufen und eine sorgfältige Lagerung helfen, das zu verhindern.