Umweltgifte
Giftstoffe gefährden die Natur und unsere Gesundheit
Eine gesunde Umwelt sichert unser Überleben – und das von Tieren und Pflanzen. Klare Luft, sauberes Wasser, fruchtbare Böden und eine artenreiche Natur sorgen für ein intaktes Ökosystem. Doch genau diese Grundlagen bringen Menschen in Gefahr: Allgegenwärtiges Mikroplastik, neuartige und gefährliche Chemikalien wie Pestizide oder PFAS vergiften Böden und Gewässer, gefährden Tiere, zerstören Lebensräume und belasten auch unsere Gesundheit. Und das in Mengen, die das Ökosystem Erde bedrohen.
Greenpeace setzt sich dafür ein, dass Industrie und Konzerne endlich aufhören, Umweltgifte einzusetzen, und stattdessen auf umweltfreundliche Alternativen umsteigen – denn die gibt es!
Was sind Umweltgifte und welche gibt es?
Umweltgifte sind schädliche Stoffe, die in die Umwelt gelangen und dort Tiere, Pflanzen und auch uns Menschen gefährden. Sie können bewusst eingesetzt werden: etwa als Pestizide in der Landwirtschaft, als Antibiotika in der industriellen Tierhaltung oder als Chemikalien in Produktionsprozessen in der Industrie – beispielsweise in der Textilproduktion, um Stoffe zu färben, zu bleichen oder wasserabweisend zu machen, oder bei der Herstellung von Papier. Umweltgifte können in der Industrie auch als Nebenprodukte entstehen, zum Beispiel bei der Herstellung von Zement. Über den Schornstein, das Abwasser oder unsachgemäß entsorgten Müll gelangen die Substanzen in die Umwelt, in Gewässer und dringen auch in Böden ein, vergiften das Grundwasser und verseuchen die Natur.
Zu den am häufigsten eingesetzten Umweltgiften zählen gesundheitsgefährdende Pestizide und Biozide sowie Chemikalien wie PFAS, die kaum abgebaut werden können und die Natur über Jahrzehnte belasten. Problematisch sind aber auch Mikroplastik, das inzwischen selbst in abgelegenen Gletscherseen nachweisbar ist, oder der scheinbar harmlose Einsatz von Streusalz. Auch große Mengen natürlicher Stoffe können zur Gefahr für Tiere und Pflanzen werden.
Giftstoffe begegnen uns überall im Alltag: in unseren Lebensmitteln, in Kleidung, Kosmetik, Kinderspielzeug und Verpackungen. So werden beispielsweise Biozide in Kosmetika, Reinigungsmitteln und Spielzeug wie Knetgummi oder Fingerfarben eingesetzt, um diese haltbar zu machen. Meist sind sie für Tier und Mensch unsichtbar, ihre Folgen sind – besonders in Summe – aber dramatisch. Denn viele dieser problematischen Stoffe können mit anderen interagieren.
So entsteht Mikroplastik beim Reifenabrieb oder bei der Alterung von Plastik. Die kleinen Teilchen können Schadstoffe binden, in Organismen gelangen und sich dort im Gewebe anreichern. Auch im menschlichen Körper ist es vermehrt nachweisbar. Welche Auswirkungen das Mikroplastik und daran gebundene Schadstoffe auf unsere Gesundheit haben können, ist noch kaum erforscht.
Aber nicht nur Plastik und Mikroplastik stellen ein Risiko dar: Manche Pestizide können Desorientierung bei Bienen verursachen, so dass sie nicht mehr zu ihrem Stock zurückfinden und verenden. Besonders häufig kommt Glyphosat zum Einsatz, obwohl es auch beim Menschen mit gesundheitlichen Risiken bis hin zu Krebserkrankungen in Verbindung gebracht wird.
Diese gefährlichen Schadstoffe bedrohen nicht nur die Artenvielfalt und Gesundheit von Tier und Mensch, sondern auch die Zukunft unseres Planeten und all seiner Bewohner:innen. Dabei gibt es in vielen Bereichen gute Alternativen zu giftigen Pestiziden und anderen Chemikalien. Wir haben uns dem Schutz der Umwelt verschrieben und fordern das Verbot umweltschädlicher Stoffe!
Pestizide: Gefahr für Bienen und Artenvielfalt
Pestizide werden von ihren Herstellern auch „Pflanzenschutzmittel“ genannt. Diese Mittel werden eingesetzt, um aus menschlicher Sicht „schädliche“ Pflanzen, Insekten oder Pilze zu bekämpfen. Je nach Anwendung unterscheidet man hier Insektizide gegen Insekten (z. B. Spinosad gegen den Kartoffelkäfer), Herbizide gegen Unkraut (z. B. Glyphosat) sowie Fungizide gegen Pilzentwicklung (z. B. Difenoconazol gegen Mehltau). Große Mengen an Pestiziden werden in der Landwirtschaft eingesetzt, teils werden sie aber auch an Bahndämmen, in Gemeinden, auf Spielplätzen oder in Gärten verwendet – gegen Unkraut oder gegen die Läuse auf den Rosen.
Sie alle haben eines gemeinsam: Sie wirken nicht nur dort, wo sie sollen. Sobald sie in die Umwelt gelangen, töten sie nicht nur „Schädlinge“ ab, sondern schaden auch vielen weiteren Lebewesen wie wertvollen Wildbienen und anderen Bestäubern – und gefährden damit ganze Ökosysteme.
Insektizide: Giftige Stoffe in der Landwirtschaft
Insektizide sind darauf ausgelegt, Insekten zu töten – machen dabei aber keinen Unterschied zwischen „Schädlingen“ und nützlichen Arten. Sie sind auch für Tiere schädlich, auf die sie eigentlich nicht abzielen. So sind Insektizide für Wildbienen, Schlupfwespen und unzählige andere Nützlinge eine große Gefahr.
Weltweit kommen Neonicotinoide am häufigsten zum Einsatz, mit denen in der Landwirtschaft Mais, Zuckerrüben und Raps behandelt werden. Sie greifen das Nervensystem von Insekten an und haben in der Vergangenheit wiederholt zu massenhaftem Sterben von Bienen und anderen Nützlingen geführt. Deshalb werden sie mit dem massiven Rückgang der Bienenpopulationen in Verbindung gebracht.
Ein Drittel unserer Lebensmittel ist von der Bestäubung der Bienen und anderer Insekten abhängig. Wenn Wildbienen, Hummeln & Co. sterben, ist das nicht nur für die Insekten und insektenfressende Tiere wie Igel, Eidechsen oder Schwalben problematisch, sondern bringt auch unsere Ernährungssicherheit in Gefahr.
Greenpeace setzt sich für ein Verbot der für Wildbienen und andere Bestäuber gefährlichen Pestizide ein. Wir haben den Zusammenhang zwischen Neonicotinoiden und dem Bienensterben publik gemacht und Druck auf die EU ausgeübt. Mit Erfolg: 2018 wurden die drei schlimmsten „Bienenkiller“ EU-weit verboten, einige weitere folgten in den Jahren darauf. In der EU sind die meisten Neonicotinoide mittlerweile verboten.
Doch andere gefährliche Insektizide sind immer noch erlaubt. Wir kämpfen weiter für ein vollständiges Verbot aller für Mensch und Umwelt hochgefährlichen Pestizide. Unterzeichnen Sie unsere Petition zum Schutz von Wildbienen und fordern Sie gemeinsam mit uns von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA), keine bienenschädlichen Pestizide mehr zuzulassen.
Herbizide: Der Kampf gegen Glyphosat
Die Industrialisierung der Landwirtschaft schreitet schnell voran. Kleine Bauernhöfe werden von großen Industriebetrieben geschluckt, sodass aus klein strukturierten und vielfältigen Anbauflächen Monokulturen werden. Mit der Industrialisierung geht auch der Einsatz von chemisch-synthetischen Pestiziden einher. Herbizide – Unkrautvernichtungsmittel – sollen „Unkraut“ abtöten, damit Nutzpflanzen besser wachsen können.
Das meistverwendete Herbizid ist das Spritzmittel Glyphosat – ein Totalherbizid, das sämtliche Pflanzen vernichtet, die damit in Berührung kommen. Doch der Preis ist hoch: Glyphosat gefährdet die Artenvielfalt und wird mit gesundheitlichen Risiken bis hin zu Krebserkrankungen in Verbindung gebracht.
Trotz aller Risiken haben die Mitgliedsstaaten der EU Glyphosat erst 2023 für weitere zehn Jahre zugelassen. In Österreich konnte Greenpeace jedoch hunderte Gemeinden überzeugen, im eigenen Wirkungsbereich auf das Herbizid zu verzichten. 2019 wurde sogar ein volles Verbot im Nationalrat beschlossen, das dann jedoch von der EU-Kommission gekippt wurde. Glyphosat wurde nur unter bestimmten Umständen verboten. Aber wir geben nicht auf: Unser Ziel bleibt ein europaweites Verbot von Glyphosat und eine Landwirtschaft, die ohne chemisch-synthetische Gifte auskommt.
Die biologische Landwirtschaft zeigt schon jetzt, dass es möglich ist, den Anbau von Lebensmitteln ganz ohne chemisch-synthetische Spritzmittel wie Glyphosat zu betreiben. Außerhalb der Landwirtschaft, etwa an Straßenrändern oder auf Gehwegen, setzen auch immer mehr Gemeinden auf moderne Verfahren, zum Beispiel mit heißem Dampf, der gezielt unerwünschte Pflanzen beseitigt und die Umwelt nicht weiter belastet.
Wir bleiben dran, bis die Natur und unsere Gesundheit vor dem Gift sicher sind. Unterstütze uns und unterzeichne unsere Petition zum Verbot von Glyphosat.
Chemikalien im Alltag
Nicht nur Pestizide in der Landwirtschaft bedrohen unsere Umwelt. Auch im Alltag sind wir ständig von gefährlichen Chemikalien umgeben – meist ohne es zu merken. Sie stecken in Kleidung, Verpackungen, Kosmetik, Reinigungsmitteln. Darunter auch Stoffe, die in der Natur nicht oder nur sehr langsam abbaubar sind. Diese langlebigen Stoffe können sich weltweit verteilen und nachgewiesen werden – zum Beispiel in der Leber von Eisbären oder in der Muttermilch.
PFAS (PFC): Giftige Ewigkeitschemikalien
PFAS steht für „per- und polyfluorierte Alkylverbindungen“ – früher unter PFC (per- und polyfluorierte Chemikalien) geläufig. Die gefährlichen Stoffe werden auch „Ewigkeitschemikalien“ genannt, weil sie nicht vollständig abbaubar sind. Sie sind unter anderem in Outdoor-Textilien, Pfannenbeschichtungen, Papierverpackungen und Kosmetik enthalten.
In der Natur kommen PFAS natürlicherweise nicht vor – trotzdem lassen sie sich sogar in den entlegensten Regionen der Erde nachweisen. Sie gelangen auf verschiedene Wege in die Umwelt: in der Industrie bei der Produktion (etwa über kontaminiertes Abwasser) oder durch die Nutzung und Entsorgung im Alltag (z. B. Imprägniersprays). Regenwasser ist weltweit so stark mit PFAS belastet, dass es teils nicht mehr als Trinkwasser genutzt werden sollte.
Weil die Chemikalien extrem beständig sind, reichern sie sich in der Natur an und gelangen so in Nahrungsmittel (vor allem Fisch und Fleisch) und Trinkwasser. Sie sind sogar in unbesiedelten Polargebieten und der Tiefsee zu finden. PFAS können in Kläranlagen nicht abgebaut werden, sondern gelangen nahezu ungehindert in natürliche Gewässer.
Das Problem: Einige PFAS sind hochgiftig und stehen im Verdacht, Krebs, Entwicklungsstörungen und Unfruchtbarkeit zu verursachen.
Wie gefährlich diese Stoffe sind, zeigt ein Urteil in Italien: Dort wurden 2025 elf ehemalige Führungskräfte des Chemieunternehmens Miteni SpA zu insgesamt 141 Jahren Haft verurteilt. Miteni hatte jahrzehntelang PFAS-kontaminierte Abwässer in die Umwelt geleitet – mit katastrophalen Folgen. Bei den rund 350.000 betroffenen Menschen in der Region Venetien wurde eine signifikant höhere Sterblichkeitsrate festgestellt (vor allem Diabetes, Schlaganfälle, Herzinfarkte und Alzheimer).
Gemeinsam mit anderen Organisationen hat Greenpeace dafür gesorgt, dass die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen wurden – und wir kämpfen weiter, bis diese hochgefährlichen Chemikalien endlich verboten werden.
Plastik & Mikroplastik: Gefährliche Umweltbelastung
Plastik ist längst überall. Aber aus dem einst gefeierten Alltagsmaterial ist eine globale Umweltkrise geworden. Denn Millionen Tonnen Plastikmüll schwimmen in unseren Meeren und gefährden das Leben ihrer Bewohner:innen.
Die meisten Kunststoffe sind sehr stabil und nicht biologisch abbaubar. Das heißt, sie können von Mikroorganismen nicht vollständig zersetzt werden, sondern fallen einfach in immer kleinere Partikel auseinander. Dieses sogenannte Mikroplastik ist mittlerweile überall nachweisbar – sogar in der Antarktis und in österreichischen Gletscherseen.
Mikroplastik wird aber auch nach wie vor gezielt eingesetzt: Besonders in Form von löslichem, gelförmigem oder flüssigem Plastik. Vor allem in Kosmetikprodukten wie Nagellack, Sonnencreme und Shampoo sowie in Reinigungsmitteln ist Mikroplastik enthalten. Aber auch bei Kleidung aus Kunstfasern entstehen durch Abrieb winzige Partikel, die besonders beim Waschen ins Abwasser gelangen. Da sie oft nicht gefiltert werden können, treiben sie weiter über Flüsse bis ins Meer. Hinzu kommt, dass massenhaft produzierte Fast Fashion, die nicht verkauft oder schnell wieder entsorgt wird, auf riesigen Mülldeponien die Umwelt mit Plastikfasern verschmutzt.
Die Folgen für die Natur sind verheerend: Mikroplastik ist für Pflanzen und Böden ein neuer Schadstoff, der das Pflanzenwachstum beeinträchtigt und langfristig die Bodenbeschaffenheit verändert. Eine Studie des Umweltbundesamtes machte deutlich, wie stark Österreichs Böden mit Mikroplastik verunreinigt sind: In nahezu allen Bodenproben wurden Kunststoffe gefunden.
Mikroplastik wurde zudem bereits im menschlichen Blut, in der Plazenta und vor allem im Gehirn entdeckt. Zwar konnte noch kein direkter Zusammenhang zwischen Mikroplastik und Demenz nachgewiesen werden, allerdings fanden Forschende im Gehirn Demenzerkrankter eine besonders hohe Konzentration von Mikroplastik. Und an der Med-Uni Wien konnte ein Forschungsteam kürzlich nachweisen, dass Mikroplastik bösartige Veränderungen in Lungenzellen auslösen kann.
Außerdem können andere chemische Stoffe am Mikroplastik anlagern – beispielsweise Schadstoffe im Meer, die mit den Plastikteilchen über Tiere und die Nahrungskette auch in den menschlichen Körper gelangen können. Welche Auswirkungen das hat, ist bislang noch kaum erforscht.
Wir fordern ein internationales Plastikabkommen, das das Plastikproblem an der Wurzel packt: Die weltweite Plastikproduktion muss bis 2040 um 75 Prozent reduziert werden. Hilf uns mit deiner Unterschrift, die Plastikflut zu stoppen!
Greenpeace macht die katastrophale Plastikflut und die Gefahr von Mikroplastik mit eigenen Untersuchungen, Recherchen und Marktchecks sichtbar, damit die Verantwortlichen endlich aktiv werden: So konnten wir Mikroplastik in österreichischen Badeseen und sogar in Gletscherseen nachweisen, zeigten Plastik in Teebeuteln auf und fanden heraus, dass drei Viertel der Kosmetikprodukte Plastik enthalten. Solche Recherchen schaffen öffentliche Aufmerksamkeit, erhöhen den Druck auf Politik und Industrie – und haben bereits erste Erfolge gebracht: Seit 2023 gilt EU-weit ein Verbot von Glitzer und Mikroperlen in Kosmetikartikeln. Ab 2029 ist flüssiges Mikroplastik in Shampoos, Duschgels und Bodylotions verboten, ab 2035 auch in Nagellack, Lippenstift und Make-up. Wir bleiben weiter dran!
Die Dosis macht das Gift
Nicht alle Umweltgifte werden vom Menschen hergestellt – bei manchen geht es auch nur um die Mengen, die durch Menschenhand in die Umwelt gelangen. Das ist beispielsweise bei Schwermetallen, natürlichem Asbest, aber auch Streusalz der Fall. Die Stoffe kommen in der Natur vor und können in kleinsten Mengen unproblematisch, ja sogar positiv sein. Wenn sie aber durch den Menschen in großen Mengen in die Umwelt gelangen, schaden auch sie Pflanzen, Tieren und Menschen.
Streusalz: Gefahr für Tiere & Pflanzen
Jedes Jahr werden in Österreich hunderttausende Tonnen Salz auf Straßen und Gehwegen verstreut, um Eis und Schnee schmelzen zu lassen. In der Regel besteht dieses Streusalz aus herkömmlichem Kochsalz mit bestimmten Zusätzen. Was achtsam und in Maßen eingesetzt für Sicherheit auf den Straßen sorgt, hat bei massenhaftem Einsatz jedoch gravierende Auswirkungen: Hunde bekommen rissige, entzündete Pfoten und erkranken, wenn sie das Salz ablecken. Für Wildtiere wie Vögel oder kleine Säugetiere kann schon eine geringe Menge an Streusalz zu Magenproblemen führen und giftig sein.
Auch für die Umwelt stellt die scheinbar praktische Winterlösung ein ernstes Problem dar: Ein großer Teil des Salzes gelangt in Boden, Bäche und Flüsse. Dort verändert es die Bodenstruktur, verdrängt Nährstoffe und erschwert Pflanzen die Aufnahme von Wasser. Bei Bäumen zeigt sich dieser „Salzstress“ durch braune Blätter, verzögertes Austreiben oder frühzeitigen Blattverlust. In belasteten Gewässern wiederum geht die Artenvielfalt zurück.
Dabei gibt es Alternativen wie Splitt oder Maisgranulat. Außerdem sind sichere Straßen auch ohne massiven Salzeinsatz möglich, wie eine Untersuchung in Grazer Vororten gezeigt hat. Dort führte eine Reduktion von Streusalz zu keiner Zunahme von Unfällen. Deshalb fordert Greenpeace ein Umdenken beim Winterdienst: Weniger ist mehr! Mit deiner Unterschrift unterstützt du unsere Forderung nach einer sparsamen und gezielten Salzstreuung!
Was Greenpeace bisher erreicht hat
Mit Aufklärungsarbeit, wissenschaftlichen Untersuchungen und mutigen Aktionen zeigen wir: Veränderung ist möglich, wenn wir Druck machen. Mit dieser Strategie konnten wir in der Vergangenheit schon große Erfolge erzielen, was Umweltgifte betrifft:
- In den 1980er-Jahren organisierte Greenpeace zahlreiche Aktionen und eine groß angelegte Kampagne gegen Chlorbleiche in der Papierproduktion. Daraufhin stoppte fast die gesamte Zellstoffindustrie die Nutzung des giftigen chemischen Mittels. 1991 brachte Greenpeace erstmals ungebleichte, braune Kaffeefilter auf den Markt und bewies damit, dass umweltfreundliche Alternativen von Konsument:innen dankend angenommen werden.
- Mit unserer Kampagne Detox My Fashion setzen wir uns für den Stopp giftiger Chemikalien in der Textilproduktion ein. Unter dem öffentlichen Druck haben sich seit Beginn der Kampagne im Jahr 2011 schon 80 Marken dazu verpflichtet, gefährliche Stoffe aus ihrer Lieferkette zu verbannen – darunter der Textilriese H&M und die Sportartikelhersteller Puma und Nike. Zwar ist die Textilindustrie längst noch nicht vollständig entgiftet, aber diese Entwicklung macht Hoffnung auf mehr!
- Untersuchungen von Greenpeace machten in den 1990er-Jahren auf die Gefahren von Babyartikeln und Kinderspielzeug aus PVC mit Weichmachern aufmerksam. Zum Schutz unserer Kleinsten führten wir unsere Aktionen gegen den Einsatz von krebserregenden Phthalaten fort, bis sie 2004 endlich EU-weit in Spielzeug verboten wurden.
- Greenpeace hat die REACH-Verordnung maßgeblich mit erstritten. Mit dieser EU-Chemikalienverordnung sind Hersteller:innen verpflichtet, gefährliche Stoffe zu registrieren, zu bewerten und sicher zu handhaben – ein entscheidender Schritt für mehr Verbraucherschutz. Viele gefährliche Chemikalien werden in der Verordnung jedoch nicht umfassend verboten. Wir lassen nicht locker und setzen uns weiterhin für ein Verbot von PFAS & Co. ein!
- Im Jahr 2014 deckte Greenpeace den HCB-Skandal in Kärnten auf. Wir machten die unsachgemäße Entsorgung von Kalkschlamm mit hochgiftigem Hexachlorbenzol (HCB) in einem Zementwerk öffentlich, das Tierfutter und Milch verunreinigte. Die HCB-Verseuchung sorgte für großes öffentliches Aufsehen, politische Konsequenzen und neue Aufmerksamkeit für den Schutz vor Umweltgiften in ganz Österreich.
- Wie oben bereits erwähnt, konnten dank des Drucks von Greenpeace 2013 Teilverbote und im Jahr 2018 ein vollständiges Verbot für drei wichtige Neonicotinoide in der EU erreicht werden. Wildbienen und andere Bestäuber sind ein Stück weit sicherer.
Diese Erfolge zeigen, dass sich unser Engagement lohnt. Wir kämpfen weiter, bis keine umweltschädlichen Stoffe mehr verwendet werden und die Gesundheit von Tieren und Menschen vollständig geschützt ist!
Wie wir weiter kämpfen!
Wir setzen uns jeden Tag dafür ein, die Natur, Tiere und unsere Gesundheit vor Umweltgiften zu schützen:
- Wir decken Umweltverschmutzungen durch Industrie und Landwirtschaft auf.
- Wir recherchieren und dokumentieren, wo gefährliche Chemikalien in die Natur und in Produkte gelangen.
- Wir führen Laboranalysen durch, um Schadstoffe in Lebensmitteln, Gewässern und Konsumartikeln nachzuweisen.
- Wir klären die Öffentlichkeit auf und informieren über Risiken für Natur, Tiere und Menschen.
- Mit Aktionen und Kampagnen üben wir Druck auf Politik, Landwirtschaft und Industrie aus, damit umweltschädliche Stoffe verboten werden.
Unterstützen Sie uns mit einer Spende, damit wir weiter Missstände aufdecken und die Verantwortlichen zum Handeln bewegen können!
Häufig gestellte Fragen
Umweltgifte (selten auch aus dem englischen „environmental toxines“ als Umwelttoxine bezeichnet) sind Stoffe, die durch den Menschen in die Umwelt gelangen und dort Lebewesen schaden. Beispiele sind Pestizide, Industriechemikalien, Schwermetalle oder Plastik, die in unserer Umwelt landen. Sie können sich in Böden, Gewässern, Tieren und Menschen anreichern und Natur und Gesundheit langfristig gefährden.
Zu den am häufigsten eingesetzten Umweltgiften zählen Pestizide in der Landwirtschaft, Schwermetalle, Chemikalien wie PFAS, Plastik und Mikroplastik sowie scheinbar harmlose Stoffe wie Streusalz. Sie alle können Natur und Gesundheit belasten und sind oft nur schwer abbaubar.
Ein Gift ist ein Stoff, der Lebewesen schädigen und im Extremfall sogar töten kann. Manche Gifte kommen in der Natur vor, etwa Pilzgifte oder Schlangengift. Umweltgifte gelangen dagegen durch den Menschen in die Umwelt und schaden dort Lebewesen – dazu gehören Pestizide, Schwermetalle, Industriechemikalien oder Plastik.
Pestizide sind chemische Mittel, die eingesetzt werden, um sogenannte „Schädlinge“ wie Insekten, Pilze oder andere unerwünschte Pflanzen zu bekämpfen. Dazu gehören Herbizide, Insektizide und Fungizide. Viele dieser Stoffe schaden auch anderen Lebewesen. Sie gefährden Wildbienen und andere wertvolle Bestäuber, zerstören die Artenvielfalt und können auch für Menschen gesundheitsschädlich sein.
Schadstoffe gelangen auf verschiedenen Wegen in die Natur: durch den großflächigen Einsatz in der Landwirtschaft, durch Abgase, Abwasser und Abfall aus Industrie, Verkehr und Haushalten, beim Abbau von Mineralstoffen, bei Unfällen, Kriegen und Umweltkatastrophen, aber auch durch Abrieb und Littering.
Umweltgifte begegnen uns auch in vielen Bereichen des Alltags: In Lebensmitteln sind etwa Pestizidrückstände zu finden, Kleidung aus Kunststoffen wie Polyester gibt beim Tragen und besonders bei Waschgängen Mikroplastik-Fasern ab, Reinigungsmitteln werden Biozide und lösliches Plastik zugesetzt und Kosmetik-Artikel enthalten PFAS-Inhaltsstoffe. Einige Umweltgifte sind weltweit in kleinsten Konzentrationen nachweisbar – selbst in entlegenen Regionen wie der Arktis oder in Gletscherseen.
Jedes Umweltgift hat andere Eigenschaften und Wirkungen. Was alle Umweltgifte gemeinsam haben, ist, dass sie Lebewesen schaden. Damit gefährden sie Pflanzen und Tiere und können Lebensräume zerstören. Viele Umweltgifte sind auf unterschiedliche Weise auch für uns Menschen schädlich. Vor allem, wenn wir sie einatmen oder über Nahrung oder Trinkwasser zu uns nehmen.
Nein. Als Umweltgifte werden Stoffe bezeichnet, die durch den Menschen in die Umwelt gelangen und dort Lebewesen schaden. Giftstoffe sind dagegen Stoffe, die dem Menschen schaden. Sie können auch von Lebewesen wie Pilzen, Tieren oder Pflanzen stammen. Pestizide, PFAS oder Schwermetalle sind Beispiele für Schadstoffe, die durch den Menschen zu massiven Umweltgiften geworden sind.
Für Einzelne ist es nicht möglich, Umweltgifte ganz zu vermeiden. Hier muss die Politik handeln und klare Regeln zum Schutz aller schaffen. Jede:r Einzelne kann aber Umweltgifte im eigenen Umfeld reduzieren, sich so selbst schützen und einen Beitrag leisten: Bio-Lebensmittel kaufen, Naturkosmetik nutzen, natürliche Textilien verwenden, Plastik reduzieren und auf ökologische Reinigungsmittel setzen.
Problematisch sind insbesondere Stoffe, die langlebig und schwer abbaubar sind. Dazu zählen manche Pestizide, (Mikro-)Plastik und Chemikalien wie PFAS und Polychlorierte Biphenyle, Dioxine und Furane. Aber auch natürliche Stoffe wie Schwermetalle oder Streusalz sind problematisch, wenn sie durch den Menschen in großen Mengen in die Umwelt gelangen. Sie können Böden und Gewässer nachhaltig verändern und Tieren und Pflanzen schaden.
Rückstände von Pestiziden finden sich oft in Obst und Gemüse aus konventioneller Landwirtschaft. Auch Fisch und Fleisch können mit Schadstoffen wie Schwermetallen oder PFAS belastet sein, so enthalten Meerestiere beispielsweise oft Quecksilber. Pflanzliche Bio-Lebensmittel sind eine gute Alternative, da dort keine chemisch-synthetischen Pestizide eingesetzt werden.